Iran

Trump droht: Gehört Hormus jetzt uns? Warnung an Iran

Hormus weiter in Gefahr? Briten warnen vor Iran-Schikanen – doch Trump behauptet plötzlich das komplette Gegenteil.

12.08.2026, 05:15 Uhr

Wenige Handelsschiffe passieren weiterhin die Straße von Hormus, die durch das Vorgehen des Iran de facto blockiert ist. Dennoch betont die US-Regierung, sie habe die Lage in der strategisch wichtigen Meerenge vollständig im Griff. Präsident Donald Trump erklärte vor Journalisten, die Passage stehe unter Kontrolle der USA. Sollte Teheran erneut eingreifen, werde man entschieden reagieren. Die Vereinigten Staaten befänden sich derzeit in einer starken Position, sagte Trump.

Die britische Schifffahrtssicherheitsbehörde UKMTO meldete am Abend über X, dass Übergriffe und Einschüchterungen durch die iranischen Revolutionsgarden in dem Gebiet anhielten. Dies zeige, dass der Iran seine Präsenz entlang der zentralen Schifffahrtsroute weiter ausnutze, um Druck auf vorbeifahrende Schiffe auszuüben. Zudem bestehe nach wie vor Gefahr durch treibende oder nicht erfasste Seeminen. Der kommerzielle Schiffsverkehr laufe deshalb weiterhin nur eingeschränkt.

Trump wirft Iran Täuschung vor

Trump machte außerdem deutlich, dass er der Führung in Teheran nicht vertraue. Der Iran habe ihn immer wieder belogen, sagte er. Zugleich erklärte er, die Islamische Republik sei infolge des von den USA geführten Krieges nicht mehr die beherrschende Macht im Nahen Osten. Bereits einen Tag zuvor hatte Trump behauptet, nach Minenräumarbeiten sei die Meerenge wieder für Schiffe passierbar und werde "zu 100 Prozent" von den USA kontrolliert.

Eine direkte Reaktion aus Teheran auf diese Aussagen blieb zunächst aus. Zuletzt hatte die iranische Führung eine vollständige Öffnung der Seestraße an Zugeständnisse der USA und ihrer Verbündeten geknüpft. Außerdem hatte sie angekündigt, für die Durchfahrt durch die Meerenge Gebühren verlangen zu wollen.

Der erst vor wenigen Tagen ernannte Vorsitzende des iranischen Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, erklärte nach Angaben des Staatssenders Press TV, Washington müsse den Krieg gegen den Iran und dessen Verbündete in der Region beenden und zudem eingefrorene iranische Vermögen freigeben. Erst dann könne die Wasserstraße wieder vollständig geöffnet werden. Solange die USA ihr Verhalten nicht änderten und die Forderungen Teherans nicht akzeptierten, werde es keine Öffnung der Straße von Hormus geben, sagte Resai dem Bericht zufolge.

Zäher Streit um die Freigabe der Passage

Seit Längerem ringen beide Seiten um die vollständige Wiederherstellung des Schiffsverkehrs durch die faktisch gesperrte Straße von Hormus. Über diese Route wird ein großer Teil der Ölausfuhren aus den Golfstaaten abgewickelt. Der iranische Nationale Sicherheitsrat fordert dafür unter anderem ein Ende aller US-Drohungen gegen das Land, die Aufhebung der Seeblockade gegen iranische Häfen, den Rückzug amerikanischer Truppen aus der Region sowie umfassende finanzielle Entschädigungen für Kriegsschäden. Diese Punkte hatte Teheran bereits früher als Voraussetzungen für Gespräche mit den USA genannt.

Trump wiederum stellte am Montag eigene Bedingungen für weitere Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts. Auf seiner Plattform Truth Social verlangte er Entschädigungszahlungen aus dem Iran für alle Opfer, deren Tod oder Verletzung nach seiner Darstellung auf das iranische Machtgefüge zurückzuführen seien.

Vor dem Ende Februar begonnenen Krieg der USA und Israels gegen den Iran verlief die Schifffahrt zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitgehend ohne größere Störungen. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs wurde über die Straße von Hormus transportiert. Auch für Flüssiggas und Düngemittel ist die Route von zentraler Bedeutung.

Nach Kriegsbeginn sorgten iranische Drohungen und Angriffe auf Schiffe jedoch dafür, dass der Verkehr in der Meerenge nahezu zum Stillstand kam. In der Folge zogen die Preise für Öl und Gas auf den Weltmärkten deutlich an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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