Haftstrafen wegen Spionage für den Iran
Zwei in Dänemark lebende Männer sind vom Hanseatischen Oberlandesgericht zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts waren sie im Auftrag des Iran geheimdienstlich tätig und zudem in die Vorbereitung eines Mordes sowie einer schweren Brandstiftung verstrickt. Ein 54-Jähriger erhielt achteinhalb Jahre Gefängnis, ein 43-Jähriger viereinhalb Jahre. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Bundesanwaltschaft, während die Verteidigung auf Freispruch plädiert hatte.
Als erwiesen gilt dem Urteil zufolge, dass die beiden Männer den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sowie den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, ausgespäht haben. Darüber hinaus soll der 54-Jährige einen Brandanschlag auf ein koscheres Lebensmittelgeschäft in Berlin vorbereitet haben.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft stand der 54 Jahre alte Däne mit afghanischen Wurzeln in direktem Kontakt zu Offizieren der Al-Kuds-Brigaden, der Auslandseinheit der iranischen Revolutionsgarden. Anschließend soll er den 43-Jährigen angesprochen haben, um ihn für ein Attentat auf Beck zu gewinnen oder zumindest jemanden dafür zu vermitteln. Am Ende habe man sich auf die zweite Möglichkeit verständigt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber