Nach Einschätzung des britischen Premierministers Andy Burnham führt die Spur nach dem Vorfall an einer US-Militärbasis in England mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in den Iran. Im Parlament in London sagte er, die britische Regierung gehe davon aus, dass der Anschlag höchstwahrscheinlich aus dem Iran heraus koordiniert und sehr wahrscheinlich von der Islamischen Revolutionsgarde gesteuert worden sei.
Burnham kündigte als Reaktion Sanktionen an. Großbritannien werde entschieden gegen die Nutzung krimineller Netzwerke durch den Iran vorgehen und sämtliche verfügbaren Mittel einsetzen, um gegen diese Strukturen und deren Finanzierungswege vorzugehen.
In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten die USA, Kanada, Australien, Neuseeland und zahlreiche europäische Länder, darunter auch Deutschland, die nach britischer Einschätzung vom Iran ausgehenden gewaltsamen Aktivitäten. In dem vom US-Außenministerium verbreiteten Text werden unter anderem tödliche Anschlagspläne, Sabotageakte und Cyberangriffe ausdrücklich genannt.
Von Festnahmen bis zum Abzug der Bomber: die bisherigen Entwicklungen
Bereits Ende September waren fünf Männer in der Nähe des von der US-Luftwaffe genutzten britischen Stützpunkts RAF Fairford festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, eine terroristische Tat vorbereitet zu haben. Zudem wird gegen sie wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Mittlerweile kamen sie unter strengen Auflagen wieder frei. In den Tagen danach wurden zwei weitere Verdächtige vorübergehend festgenommen und später ebenfalls unter Auflagen entlassen.

Anfang des Monats zog das Pentagon überraschend sämtliche Langstreckenbomber von dem Standort ab. US-Präsident Donald Trump sprach damals von Bedrohungen, nannte jedoch keine Einzelheiten. Nach Berichten amerikanischer Medien soll die Sorge vor einem möglichen iranischen Drohnenangriff ausschlaggebend gewesen sein.
Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf informierte US- und europäische Beamte, es habe akute Warnungen vor einem möglichen komplexen Angriff gegeben, der von den iranischen Revolutionsgarden angeordnet worden sein soll. Demnach war der geplante Angriff Teil eines umfassenderen iranischen Komplotts mit dem Ziel, Flugzeuge auf dem Stützpunkt RAF Fairford zu treffen und dort stationiertes Personal, darunter auch US-Piloten, zu töten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber