Iran

Berichte: US-Regierung plant neue Iran-Angriffe?

Stillstand im Iran-Krieg – und kurz vor den Midterms könnte Trump alles sprengen. Droht jetzt die nächste Eskalation?

08.10.2026, 15:36 Uhr

Nach Medienberichten über mögliche neue US-Angriffe auf iranische Ziele hat US-Präsident Donald Trump eine Wiederaufnahme von Militäreinsätzen vor den Zwischenwahlen zurückgewiesen. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die USA würden den Iran „zu keinem Zeitpunkt“ vor den Midterms am 3. November angreifen.

Zugleich erklärte Trump, seine Regierung führe derzeit „konstruktive Gespräche“ mit Teheran. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte zuvor auf Telegram mitgeteilt, dass die Führung in Teheran eine Antwort aus Washington prüfe. Demnach habe der Iran einen „Sieben-Tage-Plan“ übermittelt und darauf bereits eine Rückmeldung aus den USA erhalten. Eine Reaktion wolle man in den kommenden Tagen geben.

Zuvor hatten mehrere US-Medien berichtet, dass die Regierung in Washington trotz des festgefahrenen Kriegs neue Militärschläge gegen Ziele im Iran erwäge. Axios und NBC News meldeten unter Berufung auf informierte Kreise, größere Einsätze könnten in den kommenden Wochen und noch vor den wichtigen US-Zwischenwahlen wieder aufgenommen werden. Eine endgültige Entscheidung sei demnach aber noch nicht gefallen.

Nach früheren Berichten liefen entsprechende Überlegungen bereits seit einigen Tagen. Laut NBC News berieten Mitglieder von Trumps nationalem Sicherheitsteam bei einem Treffen in Camp David im Bundesstaat Maryland über das weitere Vorgehen gegenüber dem Iran sowie der Huthi-Miliz im Jemen. Im Anschluss habe das US-Militär neue Optionen ausgearbeitet, die Trump zur Prüfung vorgelegt werden sollten.

Auch das Magazin The Atlantic hatte berichtet, das Weiße Haus habe das Pentagon gebeten, mögliche Angriffspläne gegen iranische Ziele noch vor den Midterms auszuarbeiten. Bei den Zwischenwahlen werden in den USA etwa ein Drittel des Senats sowie das gesamte Repräsentantenhaus neu gewählt.

Nach Informationen von Axios könnten erneute größere Militäreinsätze „voraussichtlich massive Bombardierungen iranischer Energie-, Infrastruktur- und Nuklearanlagen“ einschließen.

In den USA ist der Krieg laut den Berichten unpopulär. Hintergrund sind vor allem stark gestiegene Lebenshaltungskosten und höhere Spritpreise infolge der Blockade der Straße von Hormus. Eine weitere militärische Eskalation könnte die Ölpreise zusätzlich antreiben, nachdem diese wegen des beeinträchtigten Handels in der Meerenge bereits in den vergangenen Monaten deutlich angezogen hatten. Das dürfte Trumps Republikanern im Vorfeld der Wahlen kaum helfen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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