Iran

Feuer in Aramco-Zentrale: Was steckt dahinter?

Nach dem Angriff auf Riad trifft es erneut Saudi-Arabiens Ölriesen: Eskaliert der Konflikt mit den Huthi jetzt völlig?

14.10.2026, 11:15 Uhr

Ein mutmaßlicher Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz hat an der Zentrale des saudischen Ölriesen Aramco einen Brand ausgelöst. Nach Angaben des Energieministeriums in Riad entstand dabei ein „begrenztes Feuer“. Verletzte habe es nicht gegeben. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition erklärte zudem, eine auf das Gelände gerichtete Rakete der Huthi sei abgefangen und zerstört worden.

Saudi Aramco ist der staatliche Ölkonzern des Königreichs und gehört zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Der Hauptsitz liegt in der Region Dammam im Osten des Landes, einem zentralen Standort für Förderung und Export von Erdöl.

Zuvor hatten die Huthi mit Angriffen auf Aramco sowie neuen Attacken auf den Flughafen von Riad gedroht. Dies kündigten sie für den Fall an, dass Saudi-Arabien die jemenitische Hauptstadt Sanaa angreift. Die Stadt steht seit etwa zehn Jahren unter der Kontrolle der Miliz.

Marschflugkörper über Riad

Der saudische Zivilschutz teilte mit, in der Nacht seien zwei Marschflugkörper über der Hauptstadt Riad abgefangen worden. Herabfallende Trümmer hätten vier Menschen verletzt und Schäden an 15 Häusern verursacht.

Im Jemen selbst dauern die Kämpfe unterdessen weiter an, unter anderem in der Provinz Tais. Aus dem Umfeld der Regierungstruppen verlautete, die Huthi hätten einen wichtigen Zugang zur Stadt Tais erobert. Zuvor habe es heftige Gefechte mit Soldaten der international anerkannten Regierung gegeben. Tais ist die drittgrößte Stadt des Landes und war im Bürgerkrieg über Jahre belagert. Die Huthi versuchen, den strategisch bedeutsamen Ort vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen.

Für Zehntausende Familien verschärft sich die Lage durch die neuen Kämpfe dramatisch. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden dadurch fast 200.000 Menschen vertrieben. Schon vor der jüngsten Eskalation gab es im Jemen rund 4,8 Millionen Binnenvertriebene. Zudem bleibt die medizinische Versorgung vielerorts unzureichend. Krankheiten wie Cholera und Masern breiten sich im Zuge der Fluchtbewegungen weiter aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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