Iran

Schock im Iran-Krieg: Wieder sterben zwei US-Soldaten

Schock im Nahen Osten: Erstmals seit der Iran-Eskalation sterben zwei US-Soldaten – was hinter dem Angriff in Jordanien steckt.

18.07.2026, 19:30 Uhr

Erstmals seit der jüngsten Eskalation im Krieg mit dem Iran hat das US-Militär den Tod von zwei amerikanischen Soldaten bestätigt. Nach Angaben des Regionalkommandos Centcom kamen sie am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben, als US-Truppen und verbündete Kräfte iranische Raketen- und Drohnenangriffe abwehrten. Die Mitteilung wurde auf der Plattform X veröffentlicht.

Zudem wird nach Militärangaben ein weiterer US-Soldat noch vermisst. Vier verletzte Soldaten wurden demnach zur Behandlung in jordanische Krankenhäuser gebracht und inzwischen wieder entlassen. Weitere Soldaten erlitten laut US-Militär leichtere Verletzungen und haben ihren Dienst bereits wieder aufgenommen.

Es ist das erste Mal seit den frühen Tagen des Kriegs, den die USA und Israel am 28. Februar gemeinsam begonnen hatten, dass das US-Militär wieder Tote durch iranischen Beschuss meldet. Mit den nun bestätigten Todesfällen steigt die offiziell bekannte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten auf 16. Damit dürfte auch der innenpolitische Druck auf US-Präsident Donald Trump weiter wachsen, da der Krieg in den USA als unpopulär gilt. Zugleich könnten die Todesfälle neue schwere US-Angriffe nach sich ziehen und den Konflikt weiter eskalieren lassen.

Trump äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu den Todesfällen. Verteidigungsminister Pete Hegseth verbreitete die Mitteilung des US-Militärs auf X und schrieb: „Gott sei mit euch, Helden.“ Zugleich machte er deutlich, dass Washington an seinem Kurs festhalten will. „Ihr Opfer stärkt nur unsere Entschlossenheit“, schrieb Hegseth.

Die Vereinigten Arabischen Emirate forderten angesichts der jüngsten Entwicklung ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten und eine schnelle Rückkehr an den Verhandlungstisch. Ohne die Kriegsparteien USA und Iran direkt zu nennen, mahnte das Außenministerium auf X einen sofortigen Stopp der Eskalation und äußerste Zurückhaltung an, um ein weiteres Abrutschen der Region in Gewalt und Instabilität zu verhindern.

Bericht: Angriff ereignete sich auf Luftwaffenstützpunkt in al-Asrak

Nach einem Bericht des Wall Street Journal unter Berufung auf US-Beamte ereignete sich der iranische Angriff auf einem Luftwaffenstützpunkt in al-Asrak. Die USA sollen den Standort für Einsätze mit Kampfflugzeugen gegen den Iran genutzt haben.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuletzt Angriffe auf US-Einrichtungen in der Region als Vergeltung für amerikanische Militärschläge reklamiert, darunter auch Raketenangriffe auf einen von den USA genutzten Luftwaffenstützpunkt in Jordanien. Nach iranischer Darstellung wurde dabei unter anderem auf Schutzbunker für US-Kampfflugzeuge gezielt. In sozialen Netzwerken kursierten zudem nicht verifizierte Videos, die mutmaßliche Einschläge iranischer ballistischer Raketen in Jordanien zeigen sollen. Auch Militärexperten verbreiteten diese Aufnahmen. Jordanien hatte bereits mehrfach Beschuss aus dem Iran gemeldet.

Die jüngste Eskalation im Krieg

In den vergangenen Tagen hat sich der Konflikt mit gegenseitigen Angriffen weiter verschärft. Hintergrund der neuen Eskalation ist der Streit um die für den weltweiten Ölhandel wichtige Straße von Hormus. Das US-Militär griff zuletzt in der siebten Nacht in Folge Ziele im Iran an.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums wurden seit Beginn der neuen Eskalation mindestens 50 Menschen getötet. Mehr als 500 weitere Menschen seien verletzt worden. Die iranische Regierung veröffentlicht dabei in der Regel nur Zahlen zu zivilen Opfern; offizielle Angaben zu Verlusten unter den Streitkräften gibt es nicht.

Iran hält Rahmenabkommen für hinfällig und droht

Der Iran betrachtet das erst Mitte Juni mit den USA vereinbarte Rahmenabkommen nach der jüngsten Eskalation inzwischen als gegenstandslos. Irans oberster Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei drohte in einer Erklärung mit Vergeltung. Er ließ mitteilen, der „amerikanische Feind“ solle wissen, dass das iranische Volk und die „Widerstandsfront“ für ihn „unvergessliche Lektionen“ bereithielten. In dem Zusammenhang hieß es auch, Washington steuere auf noch schwerere Kosten und größere Schande zu.

Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi erklärte laut der Nachrichtenagentur Fars, das Abkommen sei ausgesetzt worden. Zur Begründung verwies er auf aus iranischer Sicht aggressive Schritte der USA, mit denen Washington gegen frühere Zusagen verstoßen habe. Wörtlich sagte er demnach in einem TV-Interview: „Wir sind mit der Verteidigung des Landes beschäftigt.“

Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf X, die Erklärung aus Teheran verdeutliche ein Grundproblem des amerikanischen Vorgehens. Während Washington offenbar hoffe, den Iran mit zusätzlichem militärischem Druck geschwächt an den Verhandlungstisch zurückzubringen, könnte die Führung in Teheran genau das Gegenteil daraus ableiten und einer Rückkehr zu einem Abkommen zunehmend weniger strategischen Wert beimessen.

Das Rahmenabkommen sollte eigentlich innerhalb von 60 Tagen den Weg zu einer dauerhaften Beendigung des Kriegs ebnen. Es sah unter anderem Verhandlungen über einen endgültigen Deal sowie eine Öffnung der Straße von Hormus vor. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe, die jedoch mehrfach verletzt wurde. US-Präsident Donald Trump erklärte sie in der vergangenen Woche für beendet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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