Das für Montag geplante Treffen der Außenminister der Golfstaaten im Oman ist kurzfristig verschoben worden. Omans Außenminister Badr al-Busaidi erklärte am späten Abend auf X, das für Salalah vorgesehene regionale Treffen sei „im Interesse des Konsenses“ vertagt worden.
Berichten zufolge wollten Iran und Oman bei dem Treffen ursprünglich eine Vereinbarung im festgefahrenen Streit um die Straße von Hormus vorstellen.
Al-Busaidi betonte, man setze sich weiterhin für einen Dialog ein, der Stabilität und eine dauerhafte Zusammenarbeit in der Region fördern solle. Gründe für die Verschiebung oder ein neuer Termin wurden zunächst nicht genannt.
Auch aus Teheran wurde die Verlegung bestätigt. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars hätten Iran und Oman die Verschiebung in einer gemeinsamen Entscheidung und „auf Wunsch einiger Länder der Region“ vereinbart.
Spannungen bereits vor dem Treffen
Schon im Vorfeld hatte es unter den eingeladenen Staaten erkennbar Spannungen gegeben. Bahrain, das im Krieg massiven iranischen Raketenangriffen ausgesetzt war, kündigte bereits vorab an, dem Treffen fernzubleiben.
Nach einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Mehr waren die übrigen Golfstaaten vor allem eingeladen worden, um über die Details der geplanten Vereinbarung informiert zu werden.
Der gut vernetzte Journalist Barak Ravid schrieb zudem auf X unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter eines Golfstaates, Saudi-Arabien habe Änderungen an dem omanisch-iranischen Vorschlag zur Straße von Hormus eingereicht. Demnach habe Riad die Sorge geäußert, die vorgesehene Formulierung könne faktisch einen neuen Status quo in der Meerenge schaffen, der weder für Saudi-Arabien noch für andere Golfstaaten akzeptabel sei.
Auch das als gut informiert geltende Portal amwaj berichtete vorab über Spannungen unter den eingeladenen Ländern. Demnach wollten die Vereinigten Arabischen Emirate statt ihres Außenministers lediglich einen Staatssekretär entsenden.
Die Straße von Hormus ist im Iran-Krieg zu einem zentralen Streitpunkt zwischen Teheran und Washington geworden. Vor dem Krieg lief rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch die Meerenge. Zudem werden über die Route Flüssiggas und Dünger aus den Golfstaaten exportiert. Die Einschränkungen belasten die Weltwirtschaft und erhöhen zugleich den Druck auf US-Präsident Donald Trump.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber