US-Militär meldet Untergang eines iranischen Tankers im Golf von Oman
Nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom ist ein von den USA attackierter iranischer Öltanker im Golf von Oman gesunken. In der Nacht erklärte das Kommando auf der Plattform X, das Versenken der „M/T Kylo“ sei auf das „präzise und professionelle“ Vorgehen der US-Streitkräfte zurückzuführen. Demnach hatte das Schiff keine Ölladung an Bord. Ein vom Militär veröffentlichtes Video zeigte den Tanker zunächst mit deutlicher Schlagseite, bevor er unterging.
Bereits am Samstag hatte das US-Militär mitgeteilt, insgesamt drei iranische Tanker angegriffen zu haben. Die „M/T Kylo“ sei dabei an mehreren entscheidenden Punkten getroffen worden, um das Schiff dauerhaft außer Betrieb zu setzen. Zuvor habe die Besatzung den Befehl erhalten, den Tanker zu verlassen. Eine unabhängige Bestätigung der US-Darstellung lag zunächst nicht vor.
Washington spricht von Vergeltung nach iranischen Angriffen
Laut Centcom standen die Angriffe im Zusammenhang mit mehreren iranischen Attacken auf US-Kriegsschiffe in der Region. Den Angaben zufolge feuerten die Revolutionsgarden ballistische Raketen auf einen amerikanischen Flugzeugträger sowie einen Zerstörer ab. Beide Schiffe hätten ausweichen können; Verletzte habe es nicht gegeben.
Auch iranische Medien berichteten unter Berufung auf die Revolutionsgarden über die Angriffe auf die US-Marine. In Teheran wurde dies jedoch als Erfolg dargestellt: Die amerikanischen Schiffe seien zur Flucht gezwungen worden. Dass Centcom die Angriffe eingeräumt habe, belege die Schlagkraft der Revolutionsgarden und das Scheitern der USA, meldete unter anderem die Agentur Tasnim. Auch diese Angaben konnten zunächst nicht unabhängig verifiziert werden.

Weitere Tanker nahe Kharg und im Golf von Oman getroffen
Nach US-Angaben befand sich ein weiterer angegriffener Tanker in der Nähe der strategisch wichtigen Insel Kharg im Persischen Golf. Das dritte betroffene Schiff lag demnach ebenfalls im Golf von Oman. Beide Tanker seien durch den Beschuss dauerhaft unbrauchbar gemacht worden.
Kharg gilt als zentrales Drehkreuz für Irans Rohölexporte. Berichten zufolge werden dort mehr als 90 Prozent der iranischen Ausfuhren abgewickelt. Diese Einnahmen sind normalerweise von entscheidender Bedeutung für die Führung in Teheran. Derzeit kann der Iran wegen der US-Seeblockade jedoch kaum noch Öl exportieren. Umgekehrt beeinträchtigt Teheran mit Angriffen und Drohungen den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus erheblich. Die Meerenge ist für den Export von Öl, Flüssiggas und Düngemitteln aus den Golfstaaten von großer Bedeutung.
Nach den Angriffen am Samstag hatte Centcom-Kommandeur Brad Cooper die Revolutionsgarden scharf gewarnt. Sinngemäß erklärte er, auf Beschuss von zwei US-Schiffen würden die Vereinigten Staaten mit noch höheren wirtschaftlichen Kosten für den Iran reagieren – etwa durch die Ausschaltung von drei iranischen Schiffen. Die US-Streitkräfte seien bereit, Irans zahlenmäßig begrenzte und ungeschützte Öltankerflotte zu vernichten.
US-Regierung setzt verstärkt auf wirtschaftlichen Druck
Mehr als ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn setzt die Regierung von Präsident Donald Trump zunehmend auf wirtschaftliche Maßnahmen, um den Iran zu Zugeständnissen zu bewegen. Finanzminister Scott Bessent sagte dem Sender Fox News, die Blockade iranischer Häfen verlaufe nach Plan. Der Iran sei derzeit nicht mehr in der Lage, Öl zu exportieren. Mit Blick auf die Führung in Teheran erklärte er: „Wir werden das Regime ersticken.“
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber