Iran

Iran: Schiffs-Killer-Rakete im Einsatz

Hormus weiter dicht? Iran erklärt die Meerenge für geschlossen – und warnt scharf vor noch mehr Militär im Persischen Golf.

07.09.2026, 11:42 Uhr

Der Iran hat nach eigenen Angaben im Persischen Golf erstmals eine neue Anti-Schiffs-Rakete gegen die US-Marine eingesetzt. Mohsen Resai, Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats, sagte im staatlichen Rundfunk, ein neu entwickelter Seezielflugkörper sei zum ersten Mal zum Einsatz gekommen. Dies sei ein deutliches Signal an den Gegner und zeige, dass eine Seeblockade angreifbar sei, erklärte der General.

Zuvor hatte das US-Militär am Samstag nach eigenen Angaben drei iranische Öltanker attackiert und außer Gefecht gesetzt. Davor wiederum sollen iranische Revolutionsgarden laut dem US-Regionalkommando Centcom ballistische Raketen auf zwei amerikanische Kriegsschiffe abgefeuert haben.

Resai widersprach außerdem der Darstellung aus Washington, wonach die Straße von Hormus wieder für den internationalen Schiffsverkehr offen sei. Seiner Aussage nach ist die Meerenge komplett gesperrt. Die Behauptung der USA, dass Schiffe und Tanker sie weiterhin passieren könnten, bezeichnete er als unwahr. Fahrzeuge, die mit abgeschalteten Navigationssystemen die Passage versuchten, würden demnach häufig angegriffen. Auf ein Versenken solcher Schiffe verzichte Iran vorerst jedoch aus Gründen des Umweltschutzes.

Irans Außenministerium richtet Warnung an Südkorea

Die Straße von Hormus ist im Verlauf des Krieges zum wichtigsten Streitpunkt zwischen Teheran und Washington geworden. Mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe behindert der Iran den Verkehr durch die strategisch bedeutende Meerenge weiterhin massiv. Vor Beginn des Krieges war die Passage noch frei befahrbar. Die USA setzen ihrerseits auf eine Seeblockade iranischer Häfen, um den Druck auf Teheran zu erhöhen. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt von einem „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran gesprochen.

Zugleich warnte das iranische Außenministerium Südkorea vor einer möglichen Unterstützung der US-Marine. Jede operative Beteiligung oder zusätzliche militärische Präsenz anderer Staaten im Persischen Golf und in der Straße von Hormus werde als direkte Hilfe für die angreifende Seite gewertet, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Bereits am Freitag hatten mehrere südkoreanische Medien unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, die Regierung in Seoul bereite auf Druck aus Washington die Entsendung eines Schiffes sowie mehrerer Aufklärungsflugzeuge für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vor. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht. Am Montag erklärten sowohl das südkoreanische Verteidigungsministerium als auch das Außenministerium, man befinde sich in engem Austausch mit der internationalen Gemeinschaft, um einen möglichen Beitrag zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu prüfen. Eine Entscheidung sei bislang jedoch nicht getroffen worden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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