Enric Mas gewinnt die 82. Vuelta a España
Enric Mas hat die 82. Austragung der Vuelta für sich entschieden und damit zwölf Jahre nach Alberto Contador wieder für einen spanischen Gesamtsieg gesorgt. Der 31 Jahre alte Mallorquiner rollte auf der 112 Kilometer langen Schlussetappe in Granada unter dem Jubel der Fans Arm in Arm mit seinen Teamkollegen über die Ziellinie und brachte sein Rotes Trikot souverän ins Ziel.
In der Gesamtwertung verwies Mas den slowenischen viermaligen Vuelta-Sieger Primoz Roglic sowie den Österreicher Felix Gall auf die Plätze. Auf den letzten Bergetappen konnten beide dem Spanier nicht mehr gefährlich werden.
Den Sieg auf der 21. und letzten Etappe sicherte sich der Norweger Tobias Halland Johannessen. Für die Gesamtwertung wurden die Zeiten allerdings bereits gut zehn Kilometer vor dem Ziel, noch vor der letzten Runde, neutralisiert. Die Organisatoren kamen damit dem Wunsch des Fahrerfelds nach, das den Stadtkurs in Granada als gefährlich eingestuft hatte. Eine ähnliche Maßnahme hatte es zuvor auch bei der Tour in Paris gegeben.
Lange auf den großen Erfolg hingearbeitet
Nach zuvor drei zweiten und einem dritten Rang gelang Mas nun endlich der ersehnte Triumph im eigenen Land. Jahrelang stand er in Spanien unter großem Erwartungsdruck, als möglicher Nachfolger von Contador zu gelten. Dass ihm der große Wurf nun doch noch gelang, sorgte auch bei seinem prominenten Vorgänger für Freude.
"Oft hat es den Anschein, als sei eine Leistung nichts wert, wenn man nicht gewinnt. Deshalb wird der Radsport Enric Mas mit diesem Vuelta-Sieg endlich die Anerkennung zollen, die er verdient", sagte Contador der Zeitung "AS". Später ergänzte er, Mas habe die sich bietende Chance genutzt – nicht als Geschenk, sondern als Ergebnis harter Arbeit und starker Form. Besonders bemerkenswert: Mas war einst im Jugendteam von Contador auf den Profiradsport vorbereitet worden.
Begünstigt wurde sein Erfolg auch durch das frühe Ausscheiden von Tadej Pogacar, der bis dahin klar geführt hatte, nach einem Sturz auf der achten Etappe jedoch aufgeben musste. Danach wuchs Mas im Roten Trikot über sich hinaus. Er gewann die Bergetappe auf dem Alto de Aitana und überzeugte sogar im Einzelzeitfahren – einer Disziplin, die eigentlich nicht zu seinen größten Stärken zählt. Mehr als 33 Sekunden verlor er dort auf Zeitfahr-Olympiasieger Roglic nicht.
Mas zeigte sich nach seinem Erfolg überglücklich. Er habe die gesamte Rundfahrt enorm genossen, sagte der 31-Jährige, und jeden Kilometer auskosten können. Zwar habe es viele schwierige Momente gegeben, doch eine Vuelta ohne Leiden zu gewinnen, sei unmöglich. Für einen solchen Tag arbeite man lange – und genau davon habe er immer geträumt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber