Iran knüpft Öffnung der Straße von Hormus an US-Zusagen
Der Iran macht die Freigabe der Straße von Hormus von der Umsetzung des Mitte Juni geschlossenen Rahmenabkommens mit den USA abhängig. Parlamentspräsident Mohammed Baghar Ghalibaf erklärte vor dem Parlament, die strategisch wichtige Meerenge für den globalen Energiehandel bleibe gesperrt, solange Washington seine Verpflichtungen nicht erfülle. Dazu zählten aus seiner Sicht die Beendigung der Seeblockade, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, das Ende der Ölsanktionen sowie ein Stopp von Drohungen und militärischen Einsätzen.
Bereits Anfang Juli hatte sich der Konflikt zwischen Teheran und Washington erneut verschärft, nachdem iranische Einheiten Handelsschiffe in der Meerenge angegriffen hatten. Die USA reagierten mit massiven Luftangriffen auf Ziele an der iranischen Südküste. Daraufhin attackierte der Iran US-Stützpunkte und Energieinfrastruktur in mehreren Golfstaaten. Eine auf 60 Tage angelegte Verhandlungsfrist ist inzwischen verstrichen. Zwar hat die Zahl der direkten Angriffe zuletzt abgenommen, doch die zentralen Streitfragen – darunter insbesondere das iranische Atomprogramm – sind weiterhin ungelöst.
Der Politikwissenschaftler Vali Nasr von der Johns Hopkins University schrieb auf X, US-Präsident Donald Trump könne sich nicht einfach aus dem Konflikt zurückziehen. Dafür brauche es einen Waffenstillstand und eine gewisse Kontrolle über das Kriegsgeschehen, über die er derzeit nicht verfüge. Der Krieg befinde sich vielmehr in einer Art Schwebezustand, in dem beide Seiten auf einen günstigen Moment für den nächsten Schlag warteten. Nach Einschätzung Nasrs ist die iranische Führung darauf vorbereitet, Trumps Pläne durch eine neue Eskalation zu durchkreuzen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber