Iran

Iran droht Trump: «Hormus bleibt dicht»

Trump prahlt mit US-Kontrolle über die Straße von Hormus – jetzt kontert der Iran scharf. Was bedeutet das für die Krise?

13.08.2026, 01:33 Uhr

Der Iran hat Aussagen von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach die Vereinigten Staaten die Straße von Hormus kontrollierten. Die neu geschaffene iranische Behörde für die Meerenge (PGSA) erklärte auf der Plattform X, wiederholte Verlautbarungen und Beiträge von US-Vertretern über ein Ende der Blockade änderten nichts an den tatsächlichen Verhältnissen. Die Straße von Hormus bleibe gesperrt und werde erst dann wieder geöffnet, wenn die Forderungen Teherans erfüllt seien.

Trump hatte in den vergangenen Tagen mehrfach betont, die USA hätten die volle Kontrolle über die strategisch wichtige Wasserstraße. Am Dienstagabend sagte er unter anderem, die Meerenge „gehöre uns“. Dem Iran sprach er dabei jede Kontrolle ab und drohte, die Führung in Teheran werde „hinweggefegt“, sollte sie erneut aktiv werden.

Experten: Weiterhin nur wenige Schiffe unterwegs

Die britische Schifffahrtssicherheitsbehörde UKMTO berichtete zuletzt, dass Angriffe und Einschüchterungen durch Irans Revolutionsgarden in der Meerenge anhielten. Dies deute darauf hin, dass der Iran seine Präsenz entlang zentraler Transitrouten weiter demonstrieren und den Druck auf passierende Schiffe aufrechterhalten wolle. Zudem bestehe nach wie vor die Gefahr durch treibende oder nicht verzeichnete Minen. Der kommerzielle Schiffsverkehr laufe deshalb weiterhin nur eingeschränkt.

Seit geraumer Zeit ringen die Konfliktparteien um eine vollständige Freigabe der de facto blockierten Passage. Der Iran machte dafür zuletzt mehrere Bedingungen geltend: Neben einem Ende aller US-Drohungen verlangte Teheran die Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen, den Abzug amerikanischer Truppen aus der Region sowie eine umfassende Entschädigung für Kriegsschäden.

Vor dem Ende Februar begonnenen Krieg der USA und Israels gegen den Iran war die Schifffahrt in der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitgehend ungestört. Über die Straße von Hormus wurde etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert; zudem ist sie von großer Bedeutung für den Transport von Flüssiggas und Düngemitteln.

Nach Ausbruch des Krieges brachte der Iran den Schiffsverkehr durch Drohungen und Angriffe nahezu zum Stillstand. In der Folge zogen die Preise für Öl und Gas auf dem Weltmarkt deutlich an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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