Fußball

Bremen-Check: Darum kommt Füllkrug

Jetzt wird’s ernst: Füllkrug ist schon an der Weser – steht die spektakuläre Rückkehr zu Werder kurz vor dem Vollzug?

18.08.2026, 10:44 Uhr

Niclas Füllkrugs Rückkehr zu Werder Bremen ist perfekt. Die Grün-Weißen leihen den früheren Torjäger und Publikumsliebling für ein Jahr vom Premier-League-Absteiger West Ham United aus. In Bremen will der 33 Jahre alte Stürmer seine zuletzt ins Stocken geratene Karriere wieder in Schwung bringen und dem Bundesligisten mit Toren zu einer möglichst sorgenfreien Saison verhelfen.

Am Dienstag absolvierte Füllkrug den Medizincheck am Osterdeich, danach wurde der Wechsel endgültig besiegelt. Direkt nach der Unterschrift stand der Angreifer schon wieder auf dem Trainingsplatz und wurde von den Fans herzlich begrüßt.

„Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass Werder für mich ein ganz besonderer Club ist. Daher war ich auch bereit, wirtschaftliche Abstriche zu machen, damit die Leihe zustande kommt“, sagte Füllkrug. „Mir war es wichtig, wieder für Werder zu spielen. Ich habe richtig Lust auf Bremen und die Bundesliga.“

Auch emotional machte der Rückkehrer seine besondere Verbindung deutlich. Vieles werde im Fußball oft verklärt, sagte Füllkrug, in diesem Fall sei das Gefühl jedoch echt. Es fühle sich tatsächlich wie ein Nachhausekommen an. Wer als Spieler für einen Verein besondere Emotionen zulasse, könne diese nicht ohne Weiteres an anderer Stelle wiederfinden.

Füllkrug als Soforthilfe

Bei Werder ist die Hoffnung groß, dass Füllkrug schnell wieder an frühere Leistungen anknüpfen kann. Fußball-Chef Peter Niemeyer zeigte sich entsprechend zufrieden mit dem Transfer.

„Wir freuen uns sehr, dass wir den Transfer von Niclas umsetzen konnten. Fülle hat ein klares Commitment zu Werder abgegeben. Niclas kennt die Bundesliga und ist für uns in jedem Fall eine Soforthilfe“, sagte Niemeyer.

Zugleich verwies er auf die schwierigen vergangenen beiden Jahre des Angreifers. Nicht alles sei zuletzt so verlaufen, wie Füllkrug es sich vorgestellt habe. Bei Werder sei man aber überzeugt, dass er seine Karriere in Bremen erfolgreich fortsetzen könne.

Auch Trainer Daniel Thioune hob die Bedeutung des Rückkehrers hervor: „Er wird unser Spiel in jedem Fall bereichern. Zudem ist er ein absoluter Führungsspieler, der auf und neben dem Platz vorangeht.“

Füllkrug spielte bereits in der Jugend für Werder und kehrte 2019 von Hannover 96 noch einmal an die Weser zurück. 2023 wechselte er als Bundesliga-Torschützenkönig für eine geschätzte Ablösesumme von rund 15 Millionen Euro zu Borussia Dortmund, ehe er ein Jahr später zu West Ham ging.

Zuletzt per Leihe für Mailand aktiv

In London geriet die Karriere des Stürmers ins Stocken, auch weil ihn Verletzungen immer wieder zurückwarfen. Im Herbst 2025 fiel Füllkrug längere Zeit wegen eines Muskelbündelrisses aus. Insgesamt bestritt er für West Ham 29 Pflichtspiele und erzielte drei Tore.

In der Winterpause wechselte er auf Leihbasis zur AC Mailand, um nach den eher enttäuschenden eineinhalb Jahren in England seine Chancen auf einen WM-Einsatz zu erhöhen. Doch auch in Italien lief es nicht wie erhofft: In 20 Spielen gelang ihm nur ein Treffer, meist blieb es bei Kurzeinsätzen. Die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada fand deshalb ohne ihn statt.

Füllkrug und Dinkci als neuer Doppel-Sturm

Kurz vor der WM 2022 hatte Füllkrug im Alter von 29 Jahren sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft gegeben und war später auch bei der Heim-EM 2024 einer der Fanlieblinge. Seinen bislang letzten Einsatz im DFB-Trikot hatte er bei der Nations-League-Endrunde im Sommer 2025.

Bereits am Montag hatten die Bremer den früheren Werder-Profi Eren Dinkci für ein Jahr vom SC Freiburg ausgeliehen. Mit Dinkci und Füllkrug wäre Bremen in der Offensive wieder gut besetzt – vorausgesetzt, vor allem Füllkrug bleibt fit und findet rasch zu alter Stärke zurück.

Die Hoffnung darauf ist an der Weser groß. In der vergangenen Saison hatten die Bremer mit Victor Boniface ebenfalls einen spektakulären Transfer getätigt. Der aus Leverkusen gekommene Stürmer wurde jedoch nie richtig fit und erwies sich am Ende als Flop. Bei Füllkrug setzen die Verantwortlichen nun auf eine deutlich bessere Entwicklung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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