Trotz Berichten über problematische Zustände auf dem seit Monaten im Nahen Osten stationierten Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ hält US-Präsident Donald Trump an dem Einsatz fest. In einem von CBS News veröffentlichten Video wies er die Frage zurück, ob der Einsatz zu lange dauere. Wörtlich sagte er: „Nein, nein, nein. Bei weitem noch nicht lange genug.“
Auch Sorgen von Angehörigen über die Lage an Bord spielte Trump herunter. Zugleich erklärte er, das Schiff werde bald verlegt und durch ein anderes, „sehr ähnliches Schiff“, ersetzt.
Damit bestätigte Trump teilweise Berichte, wonach die „USS Abraham Lincoln“ aus dem Nahen Osten abgezogen und durch die „USS George Washington“ ersetzt werden soll. Darüber hatten das „Wall Street Journal“ sowie die US-Sender CNN und NBC News unter Berufung auf informierte Kreise berichtet. Nach Angaben von CNN war dieser Austausch jedoch bereits vor den jüngsten Beschwerden vorgesehen. Den Namen der „USS George Washington“ nannte Trump selbst nicht.
Senator verlangt rasches Eingreifen
Der Senator aus Connecticut, Richard Blumenthal, forderte die US-Regierung auf der Plattform X auf, offenzulegen, was sie zur Unterstützung der Soldatinnen und Soldaten an Bord unternehme. Berichte über Versorgungsprobleme, defekte Sanitäranlagen, eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit und weitere Missstände machten aus seiner Sicht ein sofortiges Handeln erforderlich.
In einer offiziellen Anfrage hieß es, fehlende Seife und verstopfte Toiletten seien nicht einmal die gravierendsten Probleme. Besonders besorgniserregend sei die psychische Verfassung von Teilen der Besatzung. Zudem seien Sicherheitsprobleme auf den Außendecks gemeldet worden. Auch der Postverkehr sei gestört gewesen, sodass viele Versorgungspakete an Bord über Monate hinweg auf dem Transportweg verloren gegangen seien.

US-Militär widerspricht den Vorwürfen
Das US-Militär wies die Darstellungen zurück. Das für die Region zuständige Kommando Centcom erklärte auf X, die „USS Abraham Lincoln“ habe mit 84,4 Prozent eine der höchsten Wiederverpflichtungsquoten in der US Navy. Diese Quote beschreibt den Anteil der Soldaten, die nach Ablauf ihrer Dienstzeit freiwillig beim Militär bleiben.
Centcom erklärte außerdem, entgegen anderslautenden Berichten sei kein Besatzungsmitglied an Bord ums Leben gekommen. Ein Matrose, der am 3. August über Bord gegangen sei, sei rasch und sicher gerettet worden. Das Kommando sprach von Falschberichterstattung.
Zuvor hatten iranische Medien behauptet, bei gewaltsamen Vorfällen auf dem Flugzeugträger seien sieben Menschen getötet worden. Zudem sei die Stimmung an Bord angespannt.
Einsatz seit Jahresbeginn im Nahen Osten
Die „USS Abraham Lincoln“ war gemeinsam mit ihren Begleitschiffen Anfang Januar aus dem Südchinesischen Meer in die Region verlegt worden, um die US-Präsenz im Nahen Osten zu verstärken. Am 28. Februar begannen die USA und Israel Militärschläge gegen den Iran. Seitdem operiert der Flugzeugträger im Arabischen Meer, um die US-Seeblockade gegen Schiffe durchzusetzen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber