Politik

Hybride Bedrohung steigt auf Rekord-Level

CSD-Anschlag, Drohnenalarm in Leipzig: Die Gefahr wächst rasant – ausgerechnet dieser Bereich bereitet Bayern nun größte Sorgen.

07.08.2026, 11:59 Uhr

Sicherheitsbehörden in Bayern sehen wachsende hybride Gefahren

Cyberattacken, Desinformationskampagnen und Spionage setzen den Sicherheitsbehörden in Bayern zunehmend zu. Nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die hybride Gefährdung der Gesellschaft inzwischen ein bislang nicht erreichtes Ausmaß angenommen. Das sagte er in München bei der Präsentation der Verfassungsschutzinformationen für das erste Halbjahr 2026.

Extremisten im In- und Ausland im Blick

Herrmann erklärte, dass auch in den ersten sechs Monaten des Jahres zahlreiche Aktivitäten registriert worden seien, mit denen sowohl inländische Extremisten als auch ausländische Akteure die Demokratie attackierten. Dabei kämen sehr unterschiedliche Methoden und Ziele zum Einsatz.

Besonders alarmierend sei die Entwicklung im Bereich hybrider Bedrohungen. Autoritär geführte Staaten griffen demnach immer häufiger zu verbotenen nachrichtendienstlichen Mitteln und nähmen gezielt Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen sowie die kritische Infrastruktur ins Visier.

Drohnenvorfall in Leipzig als Warnsignal

Als Beispiel für diese neue Dimension verwies Herrmann auf den jüngsten Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle. Eine Drohne mit Sprengstoff, die über einem wichtigen Knotenpunkt des Luft- und Frachtverkehrs unterwegs sei, markiere eine neue Qualität der Gefahr. Noch sei allerdings unklar, wer für den Vorfall verantwortlich sei.

Anhaltend hohe Gefahr durch Extremismus und Terror

Nach Einschätzung des Innenministers bleibt auch die Bedrohung durch extremistische Gewalt insgesamt hoch. Das betreffe islamistischen Terror ebenso wie Rechts- und Linksextremismus. Der Rechtsstaat müsse auf solche Gefahren entschlossen und wirksam reagieren. Wenn das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die staatliche Sicherheit schwinde, könne dies langfristig auch die Akzeptanz des Rechtsstaats untergraben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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