Politik

Festnahme: Terrorpläne gegen Rumänien?

Autobomben, Brandanschläge, Nazi-Graffitis: Ein Mann soll junge Rumänen für Terror rekrutiert haben – jetzt ermittelt Karlsruhe.

30.06.2026, 10:12 Uhr

Die Bundesanwaltschaft hat in Baden-Württemberg einen rumänischen Staatsangehörigen festnehmen lassen, dem vorgeworfen wird, den Aufbau einer rechtsextremistischen Terrorgruppe geplant zu haben. Nach Angaben der Ermittler sollte die Vereinigung in Rumänien einen „Krieg des Terrors“ entfachen und auf den Untergang des rumänischen Staates sowie die Errichtung eines neuen Systems nach nationalsozialistischem Vorbild hinarbeiten.

Seit Anfang 2023 soll der Verdächtige versucht haben, Anhänger für die Gruppe zu gewinnen. Laut Mitteilung der Karlsruher Behörde betrieb er dafür von Deutschland aus über einen Messenger-Dienst zwei Kanäle, die sich vor allem an junge Rumänen richteten.

Anleitungen für Gift und Sprengstoffe

Den Ermittlungen zufolge forderte der Beschuldigte Abonnenten und Mitglieder zu verschiedenen Straftaten auf. Genannt werden unter anderem Graffiti mit rechtsextremen Symbolen, das Verleiten junger Mädchen zur Selbstverletzung, Brandanschläge auf Gebäude, die von Migranten oder Menschen aus der LGBTQ-Community genutzt werden, sowie Tötungsaufrufe gegen als „Untermenschen“ diffamierte Personen.

Außerdem soll er im Internet Anleitungen zur Herstellung von Gift und Sprengstoffen sowie zum Bau von Molotow-Cocktails und Autobomben veröffentlicht haben.

Nach Informationen des SWR soll sich der 22-Jährige bei seinen Versuchen, Mittäter zu gewinnen, an der Gaming-Szene orientiert haben. Demnach habe er für verschiedene Anschlagsarten eine Art Punktesystem zur Belohnung entwickelt.

Beschuldigter in Untersuchungshaft

Die Bundesanwaltschaft sieht den Mann als dringend verdächtig an, als mutmaßlicher Rädelsführer versucht zu haben, eine ausländische terroristische Vereinigung zu gründen. Zudem wird ihm die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Ein Teil der mutmaßlichen Taten fällt laut Ermittlern in eine Zeit, in der er noch Heranwachsender gewesen sein soll, also zwischen 18 und 20 Jahren alt.

Festgenommen wurde der Verdächtige am Dienstag im Enzkreis durch Einsatzkräfte aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Anschließend wurde er dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt. Dieser eröffnete den Haftbefehl, setzte ihn in Vollzug und der Beschuldigte sitzt nun in Untersuchungshaft.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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