Wenige Wochen vor der Entscheidung über die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2029 und 2031 hat München Rückenwind aus der bayerischen Staatsregierung bekommen. Das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte zu, im Fall eines Zuschlags ein Drittel der Ausrichtungskosten zu übernehmen. Die Vergabe der Titelkämpfe ist für September vorgesehen.
Die übrigen zwei Drittel sollen nach den Plänen von der Stadt München und dem Bund getragen werden. Nach aktuellen Berechnungen würden sich die Gesamtkosten für eine WM 2029 auf etwa 120 Millionen Euro belaufen, für 2031 auf rund 123 Millionen Euro. Noch im März, als der Stadtrat die Bewerbung auf den Weg gebracht hatte, war man von 107 beziehungsweise 110 Millionen Euro ausgegangen.
München setzt eher auf 2031
Staatsminister Florian Herrmann (CSU) bezeichnete eine Leichtathletik-WM mit rund 50 Entscheidungen als eines der angesehensten und wichtigsten internationalen Sportereignisse. Beim öffentlichen Interesse lägen lediglich Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften noch darüber. Es sei daher ein klares Ziel der Staatsregierung, derartige Großveranstaltungen nach Bayern und insbesondere nach München zu holen. Formal muss der Landtag der Finanzzusage noch zustimmen, aufgrund der Mehrheitsverhältnisse gilt das jedoch als Formsache.
Geplant ist, die Wettbewerbe im modernisierten Olympiastadion auszutragen. Für die neun Wettkampftage werden etwa 2.200 Sportlerinnen und Sportler aus rund 195 Ländern erwartet. München musste sich für beide möglichen Austragungsjahre bewerben, bevorzugt jedoch 2031. Der Grund: 2029 stehen in der Stadt bereits im Mai das Deutsche Turnfest sowie im Juli und August die Fußball-Europameisterschaft der Frauen an.
WM-Bewerbung als Signal für Olympia
München und Bayern sehen sich durch die erfolgreiche Leichtathletik-EM 2022 sowie die jüngste Bürgerbefragung zu einer möglichen Olympia-Bewerbung gut aufgestellt. Nach den Worten Herrmanns unterstützt die WM-Offerte zugleich die Ambitionen auf Olympische Spiele in München – sowohl im nationalen als auch im internationalen Wettbewerb.
Im Herbst will sich München gegen Berlin und die Region Rhein-Ruhr durchsetzen, um als deutscher Bewerber für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 nominiert zu werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber