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WHO warnt: Diese Hitzewelle zeigt, was uns erwartet

Europas Hitzeschock war nur ein Vorgeschmack: Die WHO warnt vor noch brutaleren Sommern – und fataler Ahnungslosigkeit.

30.06.2026, 13:39 Uhr

Die jüngste Hitzewelle in Europa ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erst ein Vorgeschmack auf das, was dem Kontinent in den nächsten Jahren bevorsteht. WHO-Europadirektor Hans Kluge erklärte, diese Phase sei gewissermaßen eine Generalprobe: Künftige Sommer dürften noch belastender ausfallen. Hitzewellen seien inzwischen keine seltenen Ausnahmeereignisse mehr, sondern wiederkehrende Krisen, die häufiger auftreten, stärker werden und länger anhalten.

Nach Angaben der WHO stoßen Rettungsdienste bereits vielerorts an ihre Grenzen. In Frankreich nahm die Zahl der Notrufe in einigen Städten demnach um bis zu 50 Prozent zu. In London wurde in der vergangenen Woche so viele Notfälle in lebensbedrohlichen Situationen gemeldet wie noch nie an einem einzelnen Tag. Für Spanien schätzt die WHO zudem, dass innerhalb weniger Tage mehr als 300 Menschen infolge der Hitze gestorben sind.

Fehlende Hitzepläne in vielen Ländern

Kluge warnte, dass viele Staaten auf solche Extremphasen weiterhin nicht ausreichend vorbereitet seien. Mehr als die Hälfte der europäischen Länder verfüge noch immer über keinen umfassenden Hitzeaktionsplan. Dabei könnten solche Konzepte zusammen mit Frühwarnsystemen, kühlen Schutzräumen und gezielter Hilfe für besonders gefährdete Menschen zahlreiche Leben retten.

Beispiele aus Barcelona und Paris

Positiv hob Kluge einzelne Städte hervor. Barcelona habe sein Netz an sogenannten Klimaschutzräumen auf mehr als 500 Orte ausgebaut, darunter Bibliotheken, Parks und Apotheken. Paris wiederum habe ein Register aktiviert, über das besonders gefährdete Einwohnerinnen und Einwohner mit Kontrollanrufen betreut werden, und außerdem den Alkoholverkauf eingeschränkt.

Aus Sicht der WHO zeigen diese Beispiele, dass praktikable und wirksame Maßnahmen möglich sind. Nach Kluges Worten sollte jede Stadt in Europa über vergleichbare Strategien verfügen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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