Merz weist Kritik nach WM-Aus der Nationalmannschaft zurück
Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM und den spöttischen Reaktionen auf seinen ersten X-Beitrag hat Bundeskanzler Friedrich Merz nachgelegt. Auf der Plattform schrieb der CDU-Politiker, Erfolge und Niederlagen müsse man gemeinsam tragen. Wer für Deutschland spiele und den Adler auf der Brust trage, verdiene Unterstützung statt Häme.
Bereits rund elf Stunden zuvor hatte Merz der DFB-Auswahl trotz des unerwarteten Aus gegen Außenseiter Paraguay im ersten K.-o.-Spiel Anerkennung ausgesprochen. Über den offiziellen Kanzler-Account auf X erklärte er sinngemäß, das Ausscheiden sei bitter, dennoch habe die Mannschaft mit Einsatz und Teamgeist überzeugt und viele Menschen im Land begeistert.
Diese Worte stießen jedoch auf viel Unverständnis. Zahlreiche Nutzer fragten, auf welches Spiel sich der Kanzler beziehe. Die Formulierung „Welches Spiel“ verbreitete sich daraufhin rasch auf X. Auch aus anderen Parteien kam deutlicher Spott.
Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann schrieb etwa, sie wisse nicht, was schlimmer gewesen sei: die Partie oder diese Einschätzung. Andere Politiker nutzten die Gelegenheit, um zugleich grundsätzliche Kritik an Merz und seiner Regierung zu äußern.
So erklärte die AfD auf ihrem X-Kanal, Merz sei es offenbar so gewohnt, schwache Leistungen der CDU schönzureden, dass er gar nicht mehr anders könne. Sevim Dagdelen aus dem Bundesvorstand des BSW sprach von einem „Realitätsverlust auf Kanzlerniveau“ und zog Parallelen zu dessen politischem Kurs.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber