Allianz-Umfrage: Gesellschaftlicher Wandel ist in Deutschland die größte Sorge
Der schnelle politische und gesellschaftliche Umbruch bereitet den Menschen in Deutschland laut einer Umfrage der Allianz derzeit die größten Sorgen. Während dieses Thema hierzulande besonders stark beschäftigt, hat es in neun weiteren untersuchten Ländern deutlich weniger Gewicht. Dort stehen nach Angaben des Münchner Dax-Konzerns eher Gesundheit oder finanzielle Belastungen im Mittelpunkt.
Vor allem Angst vor Ungerechtigkeit und Spaltung
Für die Untersuchung befragte das Institut Ipsos im Auftrag der Allianz zwischen April und Juni insgesamt 10.000 Menschen in zehn Ländern dazu, welche Sorgen sie nachts nicht zur Ruhe kommen lassen. In Deutschland bezeichnete rund die Hälfte der Befragten den gesellschaftlichen Wandel als ihre größte Belastung.
Damit verbunden sind vor allem Sorgen über soziale Ungleichheit, eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft, Furcht vor Kriegen sowie Zweifel an der Stabilität demokratischer Systeme weltweit. Auf den nächsten Plätzen folgen in Deutschland die Themen Gesundheit mit 44 Prozent und Finanzen mit 43 Prozent. Allianz-Vorstand Klaus-Peter Röhler betonte, die Ergebnisse seien mehr als ein bloßes Stimmungsbild und machten deutlich, wie real die Ängste vieler Menschen seien.
Babyboomer besonders besorgt
Besonders ausgeprägt ist die Sorge über gesellschaftliche Veränderungen bei den Babyboomern, also den Jahrgängen von 1945 bis 1965. In dieser Gruppe äußerten 57 Prozent entsprechende Bedenken. Bei den über 60-Jährigen steht allerdings insgesamt die Gesundheit noch vor allen anderen Themen an erster Stelle.
Im Ausland dominieren andere Themen
Im internationalen Vergleich zeigt sich ein anderes Bild. Über alle zehn Länder hinweg landet der gesellschaftliche Wandel mit 28 Prozent nur auf Rang fünf der größten Sorgen. Davor liegen unter anderem allgemeine Zukunftsängste und das Bedürfnis nach Sicherheit.
An der Umfrage nahmen neben Deutschland, Australien und der Türkei auch Menschen aus Brasilien, Frankreich, Großbritannien, Indonesien, Italien, Spanien und der Schweiz teil. In diesen Ländern zählen außerdem Themen wie Wohnen, Beruf und Karriere, Umwelt sowie Bildung zu den wichtigsten Sorgenfeldern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber