Ukraine

Putin jubelt über neue Ukraine-Erfolge

Kaum Bewegung an der Front – doch vor dem Winter eskaliert der Krieg anders: Russland und Ukraine treffen tief im Hinterland.

02.09.2026, 00:24 Uhr

Putin meldet Geländegewinne – Beobachter sehen weiter kaum Bewegung an der Front

Russlands Präsident Wladimir Putin hat erklärt, die eigenen Streitkräfte kämen im Krieg gegen die Ukraine inzwischen schneller voran. Bei einem Auftritt in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek sagte er vor Vertretern staatlicher Medien, russische Einheiten hätten sich im Gebiet Donezk bis auf wenige Kilometer den Städten Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka genähert. Zudem stehe Swjatohirsk wieder unter russischer Kontrolle, und in Dobropillja gebe es bereits Kämpfe in den Straßen.

Diese Darstellung steht jedoch im Gegensatz zu Einschätzungen ukrainischer und westlicher Beobachter. Diese hatten zuletzt übereinstimmend berichtet, dass sich der russische Vormarsch deutlich verlangsamt habe.

Auch aus anderen Regionen meldete Putin angebliche Fortschritte. In der Südukraine sei die russische Armee im Gebiet Saporischschja bis ins Zentrum von Orichiw vorgedrungen. Im Nordosten verlaufe die Front nach seinen Angaben nur noch etwa zwölf Kilometer von der Gebietshauptstadt Sumy entfernt. In der Region Charkiw wiederum sei auf der Ostseite des Flusses Oskil eine größere ukrainische Truppengruppe eingekesselt worden.

Beobachter berichten von weitgehend festgefahrener Lage

Nach Einschätzung ukrainischer und westlicher Stellen hat sich an vielen Abschnitten der Front zuletzt kaum noch etwas verändert. Zugleich sollen ukrainische Kräfte im Osten bei Lyman sowie im Süden erfolgreiche Gegenangriffe geführt haben. Aus dem Gebiet Dnipropetrowsk seien russische Truppen demnach größtenteils wieder zurückgedrängt worden.

Beide Seiten setzen inzwischen verstärkt auf Angriffe aus der Luft weit hinter den eigentlichen Frontlinien. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen die von Putin befohlene russische Invasion. Moskau greift seit längerem gezielt Kraftwerke und Umspannwerke an, was besonders im Winter immer wieder zu Ausfällen bei Strom und Heizung führt. Kiew richtet seine Drohnenattacken im Gegenzug vor allem gegen die für Russlands Export bedeutende Erdölindustrie.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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