Politik

Bayern: Darum kommt Öl aus Kasachstan

Söder rollt Kasachstans Präsidenten in München den roten Teppich aus – im Hintergrund geht es um Deals und Rohstoffe.

30.09.2026, 14:18 Uhr

Bayern will Zusammenarbeit mit Kasachstan ausbauen

Bayern setzt auch in den nächsten Jahren auf Öl- und Rohstofflieferungen aus Kasachstan und möchte die wirtschaftlichen Beziehungen darüber hinaus deutlich vertiefen. Nach einem Treffen mit dem kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew in München erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der Freistaat sehe zusätzlich Chancen in den Bereichen Umwelt-, Industrie-, Agrar- und Landtechnik.

Söder bezeichnete Kasachstan als verlässlichen Partner, insbesondere bei der Versorgung mit Rohöl. Gerade in Zeiten internationaler Krisen und Konflikte sei eine enge Kooperation von großer Bedeutung. Künftig solle die Zusammenarbeit vor allem in Hightech, Umwelttechnik, Wassermanagement sowie bei Rohstoffen und Seltenen Erden intensiviert werden.

Gemeinsame Erklärung in München unterzeichnet

Bei dem Treffen unterzeichneten beide Seiten eine entsprechende Absichtserklärung. Söder betonte, Bayern und Kasachstan könnten wechselseitig vom Wissen und den Erfahrungen des jeweils anderen profitieren. Für die bayerische Wirtschaft entstünden dadurch neue Absatzmöglichkeiten, zugleich werde die Versorgung mit Energie und wichtigen Rohstoffen abgesichert.

Nach Worten des Ministerpräsidenten verfolgt Bayern das Ziel, seine internationalen Kontakte breiter aufzustellen und neue Märkte strategisch zu erschließen. Dadurch solle der Freistaat in Wirtschafts- und Energiefragen unabhängiger werden. Abschottung sei dabei nicht der richtige Weg, vielmehr setze man auf Partnerschaften und Austausch mit anderen Ländern.

Bereits am Vortag war Tokajew in Berlin mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zusammengetroffen. Auch dort spielte kasachisches Öl eine wichtige Rolle. Merz verwies darauf, dass es als Ersatz für ausbleibende Lieferungen aus Russland von Interesse sei.

Für Bayern hat Kasachstan bei der Rohölversorgung bereits großes Gewicht: Rund die Hälfte aller Erdöllieferungen in den Freistaat stammt aus dem zentralasiatischen Land. Das entspricht jährlich etwa sieben bis acht Millionen Tonnen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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