Hamburg

Delling im Block-Prozess: «So viel Tränen-Drama wie nie»

TV-Star Gerhard Delling im Entführungsprozess: Jetzt spricht er erneut – und weist die schweren Vorwürfe entschieden zurück.

30.09.2026, 13:37 Uhr

Delling weist Beihilfe-Vorwürfe im Fall Block erneut zurück

In der Schlussphase des Prozesses um die mutmaßliche Entführung der Kinder von Christina Block hat ihr Lebensgefährte Gerhard Delling die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft erneut entschieden bestritten. Vor dem Landgericht Hamburg sagte der 67-Jährige, er sei weder an der Tat beteiligt gewesen noch habe er im Vorfeld davon gewusst. Das Verfahren habe sein Leben „extrem beeinträchtigt“. Er hoffe sehr, „dass dieser Alptraum nun endlich zum Ende kommt“.

Christina Block, 53 Jahre alt und Unternehmerin aus Hamburg, steht vor Gericht, weil sie nach einem jahrelangen und erbitterten Sorgerechtskonflikt eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt haben soll. Nach Überzeugung der Anklage sollten ihre damals 13-jährige Tochter und ihr zehnjähriger Sohn aus dem Haushalt ihres Vaters Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland gebracht werden. Maskierte Täter brachten die Kinder demnach an Neujahr 2024 zunächst nach Süddeutschland und anschließend nach Hamburg. Block, Tochter des Block-House-Gründers Eugen Block, bestreitet die Vorwürfe.

Kinder lebten seit Sommer 2021 beim Vater

Die beiden jüngsten Kinder des früheren Paares wohnten seit dem Sommer 2021 beim Vater. Hensel hatte sie nach einem Wochenendaufenthalt im August desselben Jahres nicht nach Hamburg zurückgebracht. Zur Begründung verwies er damals auf Gewaltvorwürfe gegen seine Ex-Frau, die diese zurückweist. Umgekehrt beschuldigte Christina Block ihn, die Kinder gegen sie beeinflusst und von ihr entfremdet zu haben.

Delling schilderte vor Gericht, die Kinder hätten keine Furcht vor ihrer Mutter gehabt und seien ihr eng verbunden gewesen. In seiner Gegenwart habe er nie erlebt, dass seine Partnerin gegenüber ihren Kindern gewalttätig geworden sei. Andernfalls, so sagte er, wäre er nicht an ihrer Seite geblieben.

Zugleich berichtete er eindringlich von der Verzweiflung Blocks, die seit Jahren keinen Kontakt mehr zu den in Dänemark lebenden Kindern habe. „Ich habe noch nie so viele Tränen gesehen“, sagte er in seiner mehrstündigen Erklärung. Informationen über die Kinder habe Block nur mithilfe von Detektiven erhalten können.

Delling erklärte zudem, er habe sich anfangs gut mit den Kindern verstanden. In Dänemark sei er dann jedoch zum Feindbild aufgebaut worden. In der Silvesternacht habe er keinerlei Ahnung gehabt, dass die Kinder entführt werden könnten. In den Tagen danach habe er selbst Angst vor Angriffen gehabt, weil ihm zugetragen worden sei, Hensel gelte als aggressiv. Deshalb habe er damals „einen Knüppel mit ans Bett“ genommen. Bereits im September 2025 hatte Delling in dem Verfahren eine ausführliche Erklärung abgegeben.

Nur ein Angeklagter hat die Vorwürfe eingeräumt

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll Delling das Treffen von Christina Block mit ihrem Sohn und ihrer Tochter am 1. Januar 2024 in Baden-Württemberg organisiert und anschließend die gemeinsame Rückreise nach Hamburg abgestimmt haben. Zudem steht der Verdacht im Raum, er habe Ermittlern gegenüber falsche Angaben gemacht.

Von den insgesamt sieben Angeklagten hat bislang nur ein 37-jähriger Mann aus Israel die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt.

Delling betonte vor Gericht, dass er Selbstjustiz ablehne. Er habe sich sein Leben lang nichts zuschulden kommen lassen. „Es gibt in all den Jahren keine Skandale und Skandälchen“, sagte er. Durch den Prozess sei sein „Arbeitsleben nahezu zum Erliegen gekommen“.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Die Vorsitzende Richterin setzte eine Frist bis zum 28. Oktober, um weitere Beweisanträge schriftlich einzureichen. Danach könnten die Plädoyers beginnen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Redaktion

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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