Politik

Renate Schmidt pocht auf echte Bürgergespräche

Renate Schmidt schlägt Alarm: Warum die Mitte ihre Wähler verliert – und einfache Antworten nur eine gefährliche Illusion sind.

30.09.2026, 09:03 Uhr

Die frühere Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) fordert von Politikerinnen und Politikern mehr direkten Kontakt zu den Bürgern. Der „Augsburger Allgemeinen“ sagte die 82-Jährige, ihr fehle heute vor allem, dass Verantwortliche den Menschen wieder wirklich zuhören – nicht nur über digitale Kanäle, sondern auch im persönlichen Gespräch. Während ihrer aktiven Zeit habe sie in Bürgersprechstunden regelmäßig Anliegen aufgenommen und nach Lösungen gesucht.

Nach Schmidts Ansicht sollten die Parteien der politischen Mitte den Menschen mit mehr Respekt begegnen. Es sei falsch, ihnen ständig zu vermitteln, sie arbeiteten zu wenig, meldeten sich zu oft krank oder verstünden Reformen nicht. Wer so auftrete, müsse sich nicht wundern, wenn sich Bürger abwendeten und politisch anders orientierten.

Schmidt: Keine einfachen Antworten auf komplexe Probleme

Die langjährige frühere Vorsitzende der bayerischen SPD sagte zudem, viele Menschen läsen keine Wahlprogramme. Entscheidend sei für sie oft der Eindruck, dass eine Partei ihre Sorgen überhaupt wahrnehme und klar benenne. Genau dieses Gefühl, gesehen zu werden, sei von großer Bedeutung.

Gleichzeitig betonte Schmidt, dass die Politik derzeit keine einfachen Antworten bereithalte. Solche vermeintlich unkomplizierten Lösungen würden aus ihrer Sicht vor allem von der AfD, teilweise aber auch von der Linken in Aussicht gestellt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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