Baden-Württemberg

Trotz Millionenjahr: So will Weleda jetzt weiter wachsen

Weleda setzt Millionen ein, der Umsatz steigt – doch der Gewinn leidet. Warum der Naturkosmetikriese genau so weitermacht.

29.04.2026, 09:00 Uhr

Nach einem Jahr mit umfangreichen Investitionen und einem deutlich niedrigeren Gewinn peilt der Naturkosmetikhersteller Weleda für das laufende Jahr ein Wachstum über Marktniveau sowie eine bessere Profitabilität an. Das teilte das Unternehmen mit Sitz im schweizerischen Arlesheim bei Basel mit.

Weleda-Chefin Tina Müller erklärte, 2025 sei für den Konzern ein Jahr mit starkem Wachstum gewesen. Nach Unternehmensangaben stieg der Umsatz um 6,2 Prozent auf den Höchstwert von rund 485 Millionen Euro. Ein bedeutender Standort des Unternehmens befindet sich im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd.

Investitionen belasten den Gewinn

Nach Angaben des Unternehmens sorgten hohe Ausgaben für die Modernisierung der Marke, die Erweiterung des Sortiments und die Vermarktung neuer Produkte zwar für zusätzlichen Schub beim Wachstum, drückten aber vorübergehend auf das Ergebnis. Das operative Ergebnis (Ebit) sank von 23 Millionen Euro auf 9,5 Millionen Euro. Der Gewinn unter dem Strich ging von 19 Millionen Euro auf 3,4 Millionen Euro zurück.

Müller betonte, Weleda wolle die Marke aus der reinen Öko-Nische heraus in breitere und jüngere Zielgruppen führen. Nur so bleibe das Unternehmen für möglichst viele Menschen relevant. Sinngemäß machte sie deutlich: Wer sich nicht weiterentwickelt, verliert mit der Zeit an Bedeutung.

Kosmetik bleibt der Wachstumsmotor

Besonders stark entwickelte sich im vergangenen Jahr die Kosmetiksparte, die mehr als 80 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte. Ihr Erlös kletterte um mehr als 9 Prozent auf rund 402 Millionen Euro. Laut Müller zeigt sich damit, dass die Innovationsstrategie Wirkung entfaltet. Noch nie habe Weleda innerhalb eines Jahres so viele Produkte erfolgreich eingeführt wie 2025.

Schwächer lief dagegen das Pharmageschäft. In diesem Bereich sanken die Erlöse in einem schwierigen Marktumfeld um mehr als 6 Prozent auf etwa 83 Millionen Euro. Als Gründe nannte das Unternehmen strukturelle Veränderungen im stationären Apothekenmarkt in Deutschland sowie eine insgesamt nachlassende Nachfrage nach homöopathischen und anthroposophischen Produkten.

Pharmabereich unter Druck

Müller räumte ein, dass die Entwicklung im Pharmasegment hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Umso wichtiger sei die starke Stellung der Kosmetik: Sie trage das Unternehmen und gleiche die Verluste im Pharmabereich aus. Deshalb sei es für Weleda entscheidend, dass das Kosmetikgeschäft gut aufgestellt bleibe und weiter wachse.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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