Hugendubel hält an Filialen in Innenstädten fest
Die Buchhandelskette Hugendubel will trotz wachsendem Onlinehandel und E-Books weiterhin auf klassische Geschäfte in zentralen Lagen setzen. Nina Hugendubel, die das Unternehmen zusammen mit ihrem Bruder Maximilian leitet, sagte der Süddeutschen Zeitung, dass das Geschäftsmodell zwar um den Onlineverkauf erweitert worden sei und man zudem an der Entwicklung des E-Readers Tolino mitgewirkt habe. Beides laufe wirtschaftlich erfolgreich. Dennoch blieben die stationären Buchhandlungen das Fundament des Unternehmens. Aus ihrer Sicht sei es entscheidend, dass es Buchläden weiterhin in den Innenstädten gebe.
Buchhandlungen als Magnet für die City
Nach den Worten von Nina Hugendubel spielen Buchhandlungen eine wichtige Rolle für lebendige Stadtzentren. Sie könnten gerade in zunehmend verwaisten Innenstädten als Anziehungspunkt dienen. Gleichzeitig beobachte man wieder ein stärkeres Bedürfnis nach greifbaren Produkten und persönlichen Begegnungen. Viele Menschen wollten Dinge bewusst in die Hand nehmen und nicht ausschließlich vor Bildschirmen verbringen.
Auch bei jüngeren Kundinnen und Kunden sei das gedruckte Buch gefragt. Besonders in der Altersgruppe zwischen 15 und 30 Jahren werde viel gelesen, Bücher würden häufig im Laden gekauft. Das Buch habe wieder an Attraktivität gewonnen. Ein gefülltes Bücherregal in der Wohnung gelte inzwischen sogar wieder als Ausdruck eines bestimmten Lebensstils — sichtbar auch in sozialen Medien, wo Regale oft im Hintergrund von Videos zu sehen seien.
Externer Partner für das Familienunternehmen
Hugendubel bleibt zwar ein Familienbetrieb, hat sich aber vor Kurzem mit der Familie Herz einen zusätzlichen Partner an die Seite geholt. Zur Unternehmerfamilie Herz zählen Beteiligungen und Verbindungen zu Unternehmen wie Tchibo, Beiersdorf und Libri.
Maximilian Hugendubel erklärte gegenüber der Zeitung, dass zwischen beiden Familien schon seit langer Zeit gute Beziehungen bestünden. Bereits sein Vater Heinrich Hugendubel habe enge Kontakte zur Familie Herz gepflegt. Über eine mögliche Zusammenarbeit sei daher immer wieder unverbindlich gesprochen worden. Nun habe man den passenden Zeitpunkt für eine Verbindung gesehen. Ausschlaggebend seien ein ähnliches Verständnis vom Handel sowie großes gegenseitiges Vertrauen gewesen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion