Baden-Württemberg

Audi-Chef warnt: Kosten radikal runter

Auch Audi gerät in den Strudel der harten VW-Sparpläne. In Ingolstadt gibt man sich noch gelassen – offiziell beschlossen ist bislang aber nichts.

28.04.2026, 15:33 Uhr

Audi stellt sich auf weitere Einschnitte ein

Die Spar- und Umbauoffensive bei Volkswagen erfasst auch die Tochter Audi. Zwar hatte der Hersteller bereits im vergangenen Jahr ein Maßnahmenpaket beschlossen, das den Abbau von bis zu 7.500 Stellen in Ingolstadt und Neckarsulm vorsieht. Dennoch machte Vorstandschef Gernot Döllner deutlich, dass der Sparkurs noch nicht beendet ist. Audi müsse die Kosten weiter senken, die Abläufe vereinfachen und bei Entscheidungen wie auch in der Umsetzung schneller werden.

Konkrete neue Schritte stehen laut Unternehmensangaben derzeit aber noch nicht fest. Produktionsvorstand Gerd Walker betonte, es gebe aktuell weder Beschlüsse zu zusätzlichen Sparprogrammen noch zu möglichen Werksschließungen. Zugleich verwies er darauf, dass Audi in den vergangenen Jahren bereits viel für mehr Effizienz getan, die Produktionskapazitäten in Deutschland angepasst und Personal auf sozialverträgliche Weise reduziert habe.

Mit Blick auf den gesamten VW-Konzern sagte Walker, das komplette Produktionsnetz werde derzeit überprüft. Dabei würden unterschiedliche Möglichkeiten sorgfältig durchgespielt. Vorrang habe, das Kerngeschäft zu sichern. Man sei sich der Verantwortung gegenüber den Standorten und den Beschäftigten bewusst.

Stellenabbau läuft nach Plan

Beim bereits angekündigten Personalabbau kommt Audi nach eigenen Angaben voran. Von den bis 2027 geplanten 6.000 wegfallenden Stellen seien rund 70 Prozent bereits umgesetzt oder vertraglich geregelt. Weitere 1.500 Jobs sollen bis 2029 gestrichen werden.

Auch der Mutterkonzern Volkswagen will seine Sparanstrengungen verschärfen und sich neu aufstellen. Das geht aus einer internen Information hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach reichen die bisher vorgesehenen Kostensenkungen angesichts der aktuellen Lage nicht aus. Finanzvorstand Arno Antlitz wird mit den Worten zitiert, das Geschäftsmodell müsse grundlegend verändert werden, um dauerhafte strukturelle Verbesserungen zu erreichen.

Einzelheiten zu möglichen weiteren Einsparungen nannte Volkswagen bislang nicht. Nach einem Bericht des Handelsblatts befasste sich der Aufsichtsrat am Montag mit dem Sanierungsprogramm und dem Stand der Sparmaßnahmen. Entscheidungen seien aus Konzernkreisen zufolge dabei jedoch nicht getroffen worden; es habe sich lediglich um eine Unterrichtung gehandelt.

VW-Chef Oliver Blume hatte erst vor wenigen Tagen im Manager Magazin erklärt, dass der Konzern angesichts des schwierigen Marktumfelds weltweit Produktionskapazitäten reduzieren wolle.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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