Baden-Württemberg

Mercedes-Gewinn bricht um 17 Prozent ein

Mercedes schwächelt weiter – doch diesmal überrascht das Ausmaß. Warum der Gewinn weniger stark einbricht als gedacht.

29.04.2026, 07:00 Uhr

Mercedes-Benz startet mit Gewinnrückgang ins Jahr – Pkw-Sparte besonders unter Druck

Mercedes-Benz hat im ersten Quartal erneut einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Nach Angaben des Stuttgarter Autobauers sank das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17,2 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte der Gewinn noch bei 1,73 Milliarden Euro gelegen.

Damit fiel das Minus zwar schwächer aus als in den vorangegangenen Quartalen. Allerdings ist der Vergleich nur eingeschränkt aussagekräftig, weil bereits das erste Quartal 2025 schwach verlaufen war. Damals war das Konzernergebnis um 43 Prozent eingebrochen – nach einem bereits schwächeren Vorjahr.

Anspruchsvolles Marktumfeld

Mercedes sprach von einem anspruchsvollen Umfeld mit intensivem Wettbewerb sowie geopolitischen und handelspolitischen Belastungen. Dennoch wertete der Dax-Konzern das Quartal als solide operative Entwicklung.

Die wichtigsten Kennzahlen bewegten sich laut Unternehmen im Rahmen der Jahresprognose. Finanzvorstand Harald Wilhelm erklärte, die Ergebnisse bestätigten, dass Mercedes auf Kurs sei, seine Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Rückenwind erwartet der Konzern von der hohen Nachfrage nach neuen Produkten und gut gefüllten Auftragsbüchern. Diese sollen im zweiten Halbjahr für mehr Dynamik sorgen.

Umsatz und operatives Ergebnis ebenfalls niedriger

Auch beim operativen Ergebnis musste Mercedes Einbußen hinnehmen. Das Ebit sank in den ersten drei Monaten des Jahres um 16,8 Prozent von rund 2,3 Milliarden Euro auf 1,9 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz ging um knapp fünf Prozent auf 31,6 Milliarden Euro zurück.

Besonders belastend wirkte die Entwicklung in der Pkw-Sparte. Dort brach das operative Ergebnis um mehr als die Hälfte von rund 1,76 Milliarden Euro auf 809 Millionen Euro ein. Die bereinigte Umsatzrendite lag damit nur noch bei 4,1 Prozent, nachdem sie im Vorjahresquartal noch 7,3 Prozent betragen hatte. Besser entwickelte sich das Geschäft dagegen bei Vans und im Bereich Financial Services.

Schwaches China-Geschäft drückt auf den Absatz

Belastet wurde das Quartal vor allem durch China. Dort fiel der Absatz deutlich schwächer aus und zog die weltweiten Pkw-Verkäufe nach unten. Insgesamt setzte Mercedes von Januar bis März 419.400 Autos ab, das waren sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der Hersteller kämpft bereits seit Längerem mit rückläufigen Verkaufszahlen sowie sinkenden Umsatz- und Gewinnwerten. Im Gesamtjahr 2025 war der Gewinn bereits von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro gefallen. Als Belastungsfaktoren nannte das Unternehmen Zölle, negative Wechselkurseffekte und den intensiven Wettbewerb auf dem chinesischen Markt.

Neues Modellprogramm soll das Geschäft ankurbeln

Schon 2024 war für Mercedes schwierig verlaufen. Als Reaktion darauf legte der Autobauer ein Sparprogramm auf. Zugleich soll eine breite Modelloffensive das Geschäft wieder beleben.

Nach Unternehmensangaben gewinnt das bislang größte Produktanlaufprogramm von Mercedes weiter an Tempo. Zwischen 2025 und 2027 sollen mehr als 40 neue Modelle auf den Markt kommen. In diesem Jahr wurden bereits mehrere wichtige Fahrzeuge eingeführt, darunter eine überarbeitete S-Klasse und die neue elektrische C-Klasse.

Verträge zum Verkauf von Athlon unterzeichnet

Neu bekannt wurde zudem, dass Mercedes im April Verträge mit der französischen Bank BNP Paribas zum Verkauf seiner Leasingtochter Athlon unterzeichnet hat. Angaben zum Kaufpreis machte der Konzern nicht. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird für die zweite Hälfte des Jahres 2026 erwartet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Redaktion

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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