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Deutsche Bank überrascht mit Gewinnsprung

Nach dem Rekordjahr startet die Deutsche Bank stark in 2026 – schafft Sewing jetzt wirklich den Sprung zum Europas Champion?

29.04.2026, 07:17 Uhr

Deutsche Bank startet überraschend mit Gewinnsprung ins Jahr 2026

Die Deutsche Bank hat im ersten Quartal 2026 ihren Gewinn deutlich gesteigert und damit die Erwartungen am Markt übertroffen. Der auf die Aktionäre entfallende Überschuss lag bei 1,9 Milliarden Euro und damit knapp acht Prozent über dem Vorjahreswert. Ein höherer Quartalsgewinn wurde zuletzt nur im ersten Quartal 2007 mit gut 2,1 Milliarden Euro erzielt.

Konzernchef Christian Sewing sprach in Frankfurt von einem sehr guten Start in die nächste Phase der Unternehmensstrategie. Besonders bemerkenswert sei das Ergebnis angesichts eines seit Jahresbeginn nochmals instabileren geopolitischen Umfelds, vor allem wegen des Krieges im Nahen Osten.

Der Vorsteuergewinn kletterte in den ersten drei Monaten des Jahres um sieben Prozent auf gut drei Milliarden Euro. Noch mehr verdiente die Bank in einem Quartal vor Steuern zuletzt ebenfalls nur Anfang 2007 mit rund 3,2 Milliarden Euro.

Sewing will die Profitabilität des Instituts weiter steigern. Nach einer Eigenkapitalrendite von gut zehn Prozent im Gesamtjahr 2025 soll dieser Wert bis 2028 auf mehr als 13 Prozent steigen. Im ersten Quartal 2026 lag die Eigenkapitalrendite bereits bei 12,7 Prozent.

Nach Angaben des Instituts trugen alle Geschäftsbereiche zum Ergebnis bei. Belastungen gab es jedoch in der Investmentbank und im Firmenkundengeschäft, wo sich die Schwäche des US-Dollars infolge des Krieges im Nahen Osten negativ auswirkte.

Trotzdem blieb die Investmentbank der wichtigste Gewinnbringer des Konzerns. Sie steuerte mit mehr als 1,4 Milliarden Euro den größten Anteil zum Vorsteuergewinn bei. In diesem Bereich verdient die Bank unter anderem mit Unternehmensfinanzierungen, Beratung sowie der Begleitung von Börsengängen und Wertpapieremissionen.

Auch bei den Kreditrisiken zeigt sich die Deutsche Bank zuversichtlich. Trotz der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges rechnet das Institut im laufenden Jahr mit geringeren Kreditausfällen. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft dürfte nach Einschätzung des Hauses etwas niedriger ausfallen als 2025, die Qualität des Kreditportfolios bleibe insgesamt solide.

Bereits im Gesamtjahr 2025 hatte die Bank mit gut 9,7 Milliarden Euro vor Steuern das beste Vorsteuerergebnis ihrer Geschichte erreicht. Der Nettogewinn belief sich auf 6,1 Milliarden Euro. Nur im Rekordjahr 2007 fiel der den Aktionären zurechenbare Gewinn mit rund 6,5 Milliarden Euro noch höher aus.

Seit Sewing im April 2018 nach mehreren Krisenjahren die Führung der Deutschen Bank übernommen und eine harte Sanierung eingeleitet hatte, befindet sich Deutschlands größtes Geldhaus trotz einzelner Rückschläge wieder im Aufwind.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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