Sachsen

Hauseinsturz: Bange Suche geht weiter – Gas beseitigt

Nach der nächtlichen Gas-Fackel geht die Suche im Trümmerhaus in Sachsen weiter – was finden die Retter jetzt?

20.05.2026, 03:45 Uhr

Auch in der zweiten Nacht nach dem dramatischen Hauseinsturz in Görlitz fehlt von drei Vermissten weiter jede Spur. Einsatzkräfte suchen nach zwei Frauen und einem Mann, bislang wurden jedoch keine gesicherten Lebenszeichen registriert. Die Zeit drängt: Nach Einschätzung der Helfer könnten Verschüttete unter solchen Trümmern höchstens etwa 72 Stunden überleben.

Nach einer rund dreistündigen Unterbrechung wurden am frühen Morgen zunächst vorbereitende Maßnahmen für die weitere Suche wieder aufgenommen. Nach Angaben der Polizei wird eine Seitenwand des Nachbarhauses abgestützt, um die Einsatzkräfte zu schützen. Wie lange diese Sicherungsarbeiten dauern, war zunächst unklar.

Zuvor waren die Gasleitungen rund um das eingestürzte Gebäude vollständig geleert worden. Dadurch sei die Explosionsgefahr gesunken und der Einsatz für die Rettungskräfte sicherer geworden, erklärte eine Polizeisprecherin. Außerdem können die Helfer die Unglücksstelle nun besser von der Straßenseite aus erreichen. Ganz ausgeschlossen sei verbleibendes Gas jedoch nicht, da sich in Hohlräumen weiterhin Gas befinden könne.

Bereits zuvor war die Gasversorgung rund um den Einsatzort vorsorglich gestoppt worden. Nach Angaben der Stadtwerke sollte damit die Sicherheit von Anwohnern und Einsatzkräften gewährleistet werden.

Wettlauf gegen die Zeit

Das Gebäude war am Montagabend aus bislang ungeklärter Ursache eingestürzt. In dem Haus befinden sich Miet- und Ferienwohnungen. Zunächst galten fünf Menschen als vermisst, zwei von ihnen konnten jedoch einige Stunden nach dem Unglück ausgeschlossen werden: Die beiden Feriengäste waren noch auf der Anreise.

Aktuell werden noch drei Menschen vermisst. Dabei handelt es sich um zwei rumänische Touristinnen im Alter von 25 und 26 Jahren sowie um einen 48-jährigen Mann mit deutscher und bulgarischer Staatsangehörigkeit, der sich aus beruflichen Gründen in Görlitz aufhielt.

Nach Angaben der Feuerwehr kann außerdem nicht ausgeschlossen werden, dass sich zum Zeitpunkt des Einsturzes auch Menschen auf dem Gehweg vor dem Haus aufgehalten haben.

Spürhunde schlugen mehrfach an

Bei der Suche kommen auch spezielle Spürhunde zum Einsatz. Nach Angaben von Einsatzleiter Remo Kölzsch schlugen die Hunde bereits am Vortag auf mögliche Lebenszeichen an. Auch in der Nacht nach dem Einsturz und am darauffolgenden Tag habe es mehrere Hinweise gegeben.

Rückschlüsse auf den Zustand der Vermissten seien daraus allerdings nicht möglich. Da auch eine Explosion als Ursache in Betracht gezogen wird, müssen die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben zudem damit rechnen, dass in den Trümmern nur einzelne Körperteile gefunden werden könnten.

Ursache weiter unklar

Warum das Haus einstürzte, ist weiterhin unklar. Im Raum steht jedoch, dass es eine Gasexplosion gegeben haben könnte.

Wegen der unterbrochenen Gasversorgung hat die Stadt gemeinsam mit dem Neisse-Bad Görlitz Dusch- und Wärmemöglichkeiten für Betroffene organisiert. Die Stadtverwaltung erklärte, dass durch die Abschaltung weder warmes Wasser noch Heizwärme zur Verfügung stehen. Eine Ersatzversorgung mit Gas sei nicht möglich.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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