Sachsen

Drama in Görlitz: Haus stürzt ein – Tote?

Rätsel um Hauseinsturz in Görlitz: Explosion, Gasgeruch, Vermisste? Einsatzkräfte suchen fieberhaft nach möglichen Opfern.

18.05.2026, 19:38 Uhr

Hauseinsturz in Görlitz: Fünf Menschen nicht erreichbar, Suche läuft die ganze Nacht

Nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses in der Görlitzer Innenstadt suchen Einsatzkräfte weiter mit Hochdruck nach möglichen Vermissten. Nach Angaben der Polizei sind derzeit fünf Menschen nicht erreichbar. Ob sie sich zum Zeitpunkt des Einsturzes tatsächlich in dem Gebäude aufgehalten haben, ist weiterhin unklar.

An der Unglücksstelle in der James-von-Moltke-Straße nahe dem Görlitzer Bahnhof kamen unter anderem zwei Spürhunde zum Einsatz. Die Tiere bewegten sich über die Trümmer und sollen Hinweise auf mögliche Verschüttete geben. Die Vermisstensuche soll nach Polizeiangaben die gesamte Nacht über fortgesetzt werden.

Das Gründerzeithaus war am frühen Abend eingestürzt. In dem Gebäude befanden sich laut Polizei Mietwohnungen und Ferienapartments, mehrere Einheiten waren demnach vermietet. Wie viele Menschen sich im Moment des Einsturzes in dem Haus befanden, ist weiter offen.

Gasleck bestätigt, Ursache weiter ungeklärt

Inzwischen steht fest, dass unter den Trümmern ein Gasleck entdeckt wurde. Ob austretendes Gas den Einsturz ausgelöst hat, ist nach wie vor unklar. Die Polizei betonte ausdrücklich, dass der Fund des Lecks nicht automatisch auf eine Gasexplosion schließen lässt.

Zuvor hatten Zeugen von einer möglichen Explosion und von Gasgeruch berichtet. Diese Hinweise fließen nun in die Ermittlungen ein. Zusätzlich wurden am Unglücksort Geräte installiert, die Erschütterungen messen.

Trotz des Gaslecks kann die Suche nach Vermissten laut Polizei mit spezieller Messtechnik weitergehen.

THW ruft in die Ruine

Die Suche am Einsturzort läuft nach Angaben der Polizei auf Hochtouren. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks riefen vor dem zerstörten Gebäude: „Hier ist das THW, können Sie uns hören?“

Besonders belastend war die Lage auch für Angehörige: Am Abend hielt sich ein Mann am Unglücksort auf, der seine Frau und seine Cousine in dem eingestürzten Haus vermutete.

Rund 120 Einsatzkräfte vor Ort

Bis zum späten Abend waren nach Polizeiangaben rund 120 Einsatzkräfte im Einsatz. Vor Ort arbeiten Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Katastrophenschutz und weitere Hilfskräfte zusammen.

Der Bereich um das eingestürzte Haus wurde weiträumig evakuiert und abgesperrt. Mindestens drei umliegende Gebäude wurden geräumt. Zudem schirmten die Einsatzkräfte die Unfallstelle so ab, dass Schaulustige keinen direkten Blick auf das zerstörte Haus hatten. Dennoch versammelten sich Menschen hinter den Absperrungen, um die Lage zu beobachten.

Auch Görlitz’ Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) machte sich vor Ort ein Bild von der Situation.

Gebäude gehört zu städtischer Tochterfirma

Nach Angaben des Ordnungsamtes gehört das eingestürzte Wohnhaus der Wohnungsbaugesellschaft KommWohnen, einem Tochterunternehmen der Stadt Görlitz.

Für Dienstagmorgen um 8.30 Uhr ist in der Jägerkaserne in Görlitz eine Pressekonferenz angekündigt. Daran sollen Vertreterinnen und Vertreter von Stadt, Polizei und Feuerwehr teilnehmen.

Görlitz liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und gilt mit rund 57.000 Einwohnern als östlichste Stadt Deutschlands. Gemeinsam mit der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec bildet die Stadt seit 1998 eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen ihrer gut erhaltenen historischen Altstadt dient Görlitz häufig als Kulisse für internationale Filmproduktionen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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