Sachsen

Drama in Görlitz: Haus stürzt ein – Vermisste wohlauf

Drama nach Hauseinsturz in Sachsen: Von fünf Vermissten tauchen zwei überraschend auf – doch das bange Warten geht weiter.

19.05.2026, 00:48 Uhr

Zwei der zunächst fünf Vermissten sind in Sicherheit

Nach dem Einsturz eines Gründerzeithauses im sächsischen Görlitz gibt es bei der Suche nach Vermissten eine teilweise Entwarnung: Zwei der anfangs fünf gesuchten Personen tauchten kurz nach Mitternacht auf und sind nach Angaben der Polizei wohlauf. Damit wird derzeit noch nach drei Menschen gesucht, zu denen bislang kein Kontakt hergestellt werden konnte.

Ob sich diese Personen zum Zeitpunkt des Einsturzes tatsächlich im Haus aufhielten, ist weiter unklar. In der Nacht suchten die Einsatzkräfte mit Hochdruck nach möglichen Verschütteten.

Gasexplosion als mögliche Ursache

Nach Angaben der Polizei kommt als Ursache des Einsturzes möglicherweise eine Gasexplosion in Betracht. Darauf verwies die Polizei auch auf der Plattform X. Abschließend geklärt ist der Grund für das Unglück aber weiterhin nicht.

In der Nacht teilte eine Polizeisprecherin zudem mit, dass es an der Unglücksstelle ein Leck gebe, aus dem Gas austrete. Wegen dieses Gasaustritts müssen die Einsatzkräfte besonders vorsichtig vorgehen.

Nachdem zunächst auch Spürhunde bei der Suche nach Verletzten oder Toten eingesetzt worden waren, begannen die Helfer nach Polizeiangaben gegen 2.00 Uhr nachts damit, den Schutt behutsam abzutragen – teils mit einem Bagger, teils per Hand. Die Einsatzkräfte setzten ihre Suche in den frühen Morgenstunden mit großem Aufwand fort.

Mann hörte Explosion beim Einkauf

Vor Ort wartete unter anderem ein Mann, der seine Frau und seine Cousine in dem eingestürzten Gebäude vermutete. Er sagte, er habe beim Einkauf in einem nahegelegenen Supermarkt eine Explosion gehört.

Erst am Nachmittag sei er gemeinsam mit den beiden Frauen angekommen, um in einer Ferienwohnung in dem Haus Urlaub zu machen. Als er zurückkehrte, habe er an der Stelle des Gebäudes nur noch einen großen Trümmerhaufen vorgefunden.

Unfallstelle weiträumig evakuiert

Das Haus war am frühen Montagabend eingestürzt. Der Bereich rund um die Unglücksstelle in der James-von-Moltke-Straße nahe dem Görlitzer Bahnhof wurde zunächst weiträumig evakuiert und abgesperrt. Anschließend liefen Suchmaßnahmen nach Verletzten oder Toten an. Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz sind weiter im Einsatz.

In dem eingestürzten Gebäude befanden sich nach Angaben der Polizei sowohl reguläre Mietwohnungen als auch Ferienunterkünfte. Laut Ordnungsamt gehört das Haus der Wohnungsbaugesellschaft KommWohnen, einer Tochter der Stadt Görlitz.

Görlitz liegt in der Oberlausitz direkt an der Neiße und gilt mit rund 57.000 Einwohnern als östlichste Stadt Deutschlands. Gemeinsam mit der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec bildet die Stadt seit 1998 eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen ihrer weitgehend erhaltenen historischen Altstadt dient Görlitz zudem häufig als Kulisse für internationale Filmproduktionen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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