Sachsen

Drei Tote – Das steckt hinter Görlitz’ Hauseinsturz

Nur Schutt bleibt von dem Gründerzeithaus, drei Menschen sterben. Jetzt beginnt die Suche nach der einen Ursache des Einsturzes.

22.05.2026, 04:00 Uhr

Drei Tote nach Hauseinsturz in Görlitz – Ursache weiter unklar

Nach dem Einsturz eines Gründerzeithauses in Görlitz sind drei Menschen tot geborgen worden. Wie es zu dem Unglück kam, ist weiterhin offen. Ein Polizeisprecher sagte einige Stunden nach dem Fund der dritten Leiche, nun beginne schrittweise die Untersuchung zur Ursache. Der Einsatzort werde nach und nach an die Polizei übergeben, damit Kriminaltechniker ihre Arbeit aufnehmen könnten.

Die Suche nach Vermissten ist inzwischen abgeschlossen. Nach aktuellem Stand gehen die Behörden davon aus, dass alle vermissten Personen gefunden wurden.

Das Mehrfamilienhaus in einer gepflegten Häuserzeile im Stadtgebiet war am Montagabend vollständig eingestürzt. Nach Angaben der Polizei befanden sich dort sowohl reguläre Mietwohnungen als auch Ferienunterkünfte. Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) hatte kurz nach dem Unglück die Vermutung geäußert, dass eine Gasexplosion hinter dem Einsturz stecken könnte. Wenige Stunden später wurde laut Polizei tatsächlich ein Gasleck entdeckt. Die Kriminalpolizei ermittelt jedoch weiterhin in alle Richtungen.

Dritte Leiche am Abend entdeckt

Dutzende Einsatzkräfte suchten über Stunden ohne Unterbrechung in dem massiven Trümmerfeld nach drei Vermissten. Teilweise räumten sie Schutt mit Schaufeln und sogar mit bloßen Händen weg. Unterstützt wurden sie dabei von Suchhunden. Zudem kamen Radlader, Bagger und Kräne zum Einsatz, um größere Trümmerteile zu bewegen.

Zur Betreuung der Angehörigen waren Notfallseelsorger vor Ort. Außerdem unterstützten ein rumänischer Pfarrer aus Dresden sowie ein rumänisch-ukrainischer Geistlicher aus Zittau.

Hauseinsturz Görlitz
Seelsorger kümmerten sich um die Angehörigen. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa

Sie kümmerten sich unter anderem um einen Mann aus Rumänien, dessen Verlobte und Cousine sich in dem Haus aufhielten, als es zusammenbrach. Die drei wollten ihren Urlaub in Görlitz verbringen. Der Mann selbst war zum Zeitpunkt des Unglücks einkaufen, wie er berichtete.

Am Donnerstag wurde zunächst die Leiche einer 25-jährigen Rumänin gefunden, wenig später die einer 26-Jährigen. Am frühen Abend entdeckten die Suchteams schließlich einen dritten Toten. Nach Angaben der Polizei handelt es sich dabei sehr wahrscheinlich um den vermissten 48-Jährigen mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit. Der Leichnam soll nun rechtsmedizinisch untersucht werden.

Görlitz: Stadt an der Neiße

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands. Sie liegt in der Oberlausitz in Sachsen direkt an der Neiße und zählt rund 57.000 Einwohner. Gemeinsam mit der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec bildet sie seit 1998 eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen ihrer historischen Altstadt, die den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden hat, dient Görlitz immer wieder als Kulisse für internationale Filmproduktionen.

Das eingestürzte Haus befand sich in der James-von-Moltke-Straße unweit des Bahnhofs. Nach dem Einsturz wurde das Gebiet weiträumig geräumt und abgesperrt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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