Sachsen

Schon wieder Feuer in der Gohrischheide

Ein Jahr nach Sachsens Rekord-Waldbrand brennt die Gohrischheide wieder – und das Feuer breitet sich alarmierend schnell aus.

27.06.2026, 18:40 Uhr

Waldbrand in der Gohrischheide: Feuerwehr hält Flammen auf 16 Hektar begrenzt – Wind könnte Lage erneut verschärfen

Fast genau ein Jahr nach dem verheerenden Großbrand an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze ist in der Gohrischheide erneut ein Feuer ausgebrochen. Der Brand entwickelte sich am Samstagnachmittag im Landkreis Meißen und breitete sich zunächst rasch aus.

In der Nacht zum Sonntag kämpften Feuerwehrleute weiter gegen die Flammen. Nach Angaben von Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer konnte das Feuer zunächst auf einen eingeschlossenen Abschnitt begrenzt werden. Mit steigenden Temperaturen und aufkommendem Wind im Tagesverlauf rechnen die Einsatzkräfte jedoch damit, dass der Brand erneut aufflammen könnte.

Brandfläche nach neuen Messungen deutlich kleiner

Nach neuen Messungen sind laut Pollmer insgesamt 16 Hektar Fläche verbrannt. Zuvor war von knapp 40 Hektar die Rede gewesen. Dabei handelte es sich jedoch um die von sicheren Wegen umschlossene Fläche, innerhalb derer es brennt – nicht um die tatsächlich verbrannte Fläche.

Ortschaften waren zunächst nicht akut bedroht. Die Löscharbeiten bleiben jedoch schwierig, weil das Gebiet munitionsbelastet ist. Wegen möglicher Explosionen können Einsatzkräfte in Teilen des Areals nur eingeschränkt vorgehen.

Zwei Löschhubschrauber und Spezialtechnik im Einsatz

Ziel für den Sonntag ist es, den Brand auf dem eingeschlossenen Abschnitt zu halten. Dafür sind im Laufe des Tages zwei Löschhubschrauber im Einsatz. Bereits am Samstagabend traf außerdem ein gepanzertes Löschfahrzeug aus Sachsen-Anhalt ein, das in der Nacht bei den Löscharbeiten unterstützte.

Am Sonntagmorgen waren nach Angaben Pollmers rund 200 Feuerwehrleute im Einsatz, weitere Kräfte sollen im Tagesverlauf dazukommen.

Wind könnte die Lage am Nachmittag verschärfen

Besonders der angekündigte stärkere Wind am Nachmittag bereitet den Verantwortlichen Sorgen. Er könnte das Feuer erneut anfachen und die Ausbreitung begünstigen. Pollmer geht deshalb davon aus, dass der Waldbrand die Feuerwehr auch in der Nacht zum Montag noch beschäftigen wird.

Feuer im Bereich eines früheren Belastungsgebietes

Ausgebrochen sein soll der Brand gegen 15 Uhr auf einer belasteten Fläche im Bereich des ehemaligen Flugfeldes sowie nördlich der früheren Bunkeranlage. In diesem Abschnitt hatte es bereits 2022 einen größeren Brand gegeben.

Nach Angaben des Bürgermeisters ist die Brandlast dort hoch. Auf der Fläche liegt noch viel Totholz aus einem früheren Feuer, zudem wächst dort hüfthohes, sehr trockenes Gras. Das begünstigt eine schnelle Ausbreitung der Flammen.

Altmunition erschwert die Brandbekämpfung

Die Gohrischheide gilt wegen der Altmunition im Boden als besonders schwierig für Feuerwehreinsätze. Teile des Naturschutzgebietes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz dürfen wegen der Explosionsgefahr nicht betreten werden. Dadurch sind direkte Löscharbeiten nur eingeschränkt möglich.

Vor einem Jahr größter Waldbrand seit Jahrzehnten

Erst vor rund einem Jahr hatte ein verheerender Waldbrand die Gohrischheide getroffen. Das Feuer war am 1. Juli 2025 ausgebrochen, erst knapp zwei Wochen später konnte Entwarnung gegeben werden. Nach Einschätzung der Forstverwaltung handelte es sich um den größten Waldbrand in Sachsen seit Jahrzehnten.

Damals wurden rund 2.400 Hektar und damit mehr als drei Viertel des Naturschutzgebietes zerstört.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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