Erneut Waldbrand in der Gohrischheide ausgebrochen
Knapp ein Jahr nach dem schweren Waldbrand an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze ist in der Gohrischheide erneut ein Feuer ausgebrochen. Nach Angaben von Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer breitete sich der Brand in dem Gebiet im Landkreis Meißen sehr rasch aus. Obwohl derzeit keine Ortschaften gefährdet sind, erschweren hohe Temperaturen, Trockenheit und vor allem im Boden liegende Altmunition die Löscharbeiten erheblich.
Betroffene Fläche wächst deutlich an
Die Brandfläche vergrößerte sich laut Pollmer innerhalb kurzer Zeit von zunächst drei auf inzwischen mehr als 19 Hektar. Wegen der starken Hitze am späten Nachmittag konnte eine Erkundungsdrohne zeitweise nicht mehr eingesetzt werden. Deshalb ist das genaue Ausmaß des Feuers derzeit nur schwer einzuschätzen.
Rund 100 Einsatzkräfte vor Ort
Nach ersten Angaben sind etwa 100 Kräfte aus Sachsen und Brandenburg im Einsatz, weitere werden fortlaufend nachalarmiert. Zusätzlich ist ein gepanzertes Löschfahrzeug auf dem Weg in die Gohrischheide. Ob auch Löschhubschrauber zum Einsatz kommen können, war zunächst noch unklar.
Feuerwehr kann Feuer nicht direkt bekämpfen
Eine unmittelbare Brandbekämpfung ist wegen der Munitionsbelastung aktuell nicht möglich. Pollmer erklärte, dass die Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen nicht in die betroffenen Bereiche vordringen könnten. Stattdessen beobachte die Feuerwehr das Feuer von munitionsfreien Wegen aus und kontrolliere dessen Ausbreitung.
Brand nahe ehemaligem Flugfeld
Ausgebrochen sein soll das Feuer gegen 15 Uhr auf einer belasteten Fläche im Bereich des früheren Flugfeldes sowie nördlich der ehemaligen Bunkeranlage. In diesem Abschnitt hatte es bereits 2022 einen größeren Brand gegeben. Auch diesmal breitet sich das Feuer nach Angaben des Bürgermeisters schnell aus.
Altmunition macht das Gebiet besonders gefährlich
Die Gohrischheide gilt als besonders problematisch für Feuerwehreinsätze, weil sich noch immer Munition im Boden befindet. Teile des Naturschutzgebietes auf dem früheren Truppenübungsplatz dürfen wegen der Explosionsgefahr nicht betreten werden.
Vor einem Jahr größter Waldbrand seit Jahrzehnten
Bereits vor rund einem Jahr hatte ein verheerender Waldbrand die Gohrischheide getroffen. Das Feuer war am 1. Juli 2025 ausgebrochen, erst fast zwei Wochen später konnte Entwarnung gegeben werden. Nach Einschätzung der Forstverwaltung handelte es sich um den größten Waldbrand in Sachsen seit Jahrzehnten. Rund 2.400 Hektar und damit mehr als drei Viertel des Naturschutzgebietes wurden damals zerstört. Ermittlungen kamen zu dem Ergebnis, dass sich im Boden befindliche Munition selbst entzündet hatte.
Kritik an fehlender Technik und Räumung weiter umstritten
Pollmer bezeichnete die wiederholten Waldbrände in der Gohrischheide als sehr unbefriedigend. Wie schon in den vergangenen Jahren könne die Feuerwehr nicht unmittelbar gegen die Flammen vorgehen, weil geschützte Spezialtechnik fehle.
Nach dem Großbrand im vergangenen Jahr war erneut darüber diskutiert worden, ob das Gelände von Munition geräumt werden kann. Eine vollständige Beseitigung gilt jedoch als finanziell nicht machbar. Nach bisherigen Angaben würde allein die Räumung eines Hektars etwa eine Million Euro kosten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber