Sachsen

Drama bei Leipzig: Polizei erschießt Tiger

Drama bei Leipzig: Ein entlaufener Tiger sorgte für Angst, dann fielen Schüsse – warum dabei auch ein Mann verletzt wurde.

17.05.2026, 14:25 Uhr

Nahe Leipzig hat die Polizei am Nachmittag einen entlaufenen Tiger erschossen. Das Tier war nach Angaben der Polizei aus einer privaten Anlage im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig ausgebrochen. Ein 73 Jahre alter Mann wurde dabei schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.

Für die Bevölkerung besteht inzwischen keine Gefahr mehr, teilte die Polizei mit. Der ausgewachsene Tiger wurde im Bereich einer Gartenanlage von Einsatzkräften erschossen, nachdem er dort entdeckt worden war. Nach Polizeiangaben geschah dies, um jede Gefahr für die Öffentlichkeit auszuschließen.

Der Notruf ging laut Polizei gegen 12.50 Uhr ein. Vor Ort waren zahlreiche Einsatzkräfte, teils auch schwer bewaffnet. Weil es sich um einen erwachsenen Tiger handelte, kamen demnach auch Langwaffen zum Einsatz.

Noch ist unklar, wie dem Tier die Flucht gelungen ist. Die Polizei prüft nun die Umstände des Ausbruchs. Ob daraus auch strafrechtliche Ermittlungen folgen, war zunächst offen.

Bei dem schwer verletzten Mann handelt es sich laut Polizei um eine Art Helfer, der sich berechtigterweise auf dem Gelände aufgehalten haben soll. Weitere Details zu seinem Gesundheitszustand wurden zunächst nicht bekannt.

Nach Angaben der Polizei sind keine weiteren Tiere entkommen. In der privaten Haltung in Dölzig sollen sich derzeit noch acht Tiger befinden. Dort hält eine Tiger-Dompteurin in einem Gewerbegebiet Großkatzen. Auf eine Anfrage der dpa reagierte sie zunächst nicht.

Anwohner reagieren bestürzt

Menschen aus der Umgebung der Tigerhaltung zeigten sich nach dem Vorfall entsetzt. Eine Frau, die auf einem Reiterhof gegenüber der Anlage ein Pferd hält, sprach von einem furchtbaren und besorgniserregenden Ereignis. Aus ihrer Sicht sei der Standort für eine Tigerhaltung in unmittelbarer Nähe zu Anwohnern und einem Reiterhof problematisch.

Auch ein Mann, der nach eigenen Angaben früher mit der Dompteurin befreundet war und sich selbst als Tigerfan bezeichnet, äußerte deutliche Kritik. Er hält die Unterbringung der Tiere für nicht artgerecht und sagte, andere Dompteure hätten ihre Tiger inzwischen an Zoos oder Freizeitparks abgegeben.

"Das Gehege muss weg"

Nach dem Vorfall forderte der Dölziger Ortsvorsteher Thomas Druskat Konsequenzen. Nach einem Bericht der Leipziger Volkszeitung sagte er: „Das Gehege muss weg“. Die Tiere sollten in eine andere Haltungsform überführt werden. Zugleich warnte er davor, was hätte passieren können, wenn weitere Menschen zu Schaden gekommen wären.

Medienberichten zufolge hatte es bereits in der Vergangenheit wiederholt Kritik an der Haltung gegeben.

Erinnerungen an Löwen-Ausbruch im Leipziger Zoo

Der Fall weckt zudem Erinnerungen an einen Vorfall im Leipziger Zoo im Jahr 2016. Damals brachen zwei Löwen aus ihrem Gehege aus. Ein Tier konnte zurückgedrängt werden, das andere wurde erschossen. In der Folge wurde der Wassergraben am Löwengehege verbreitert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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