Iran

Trump an Iran: Schluss mit nett!

Trump droht dem Iran erneut – und setzt mit einem Hollywood-Post von sich selbst noch einen drauf. Was steckt dahinter?

29.04.2026, 11:21 Uhr

US-Präsident Donald Trump erhöht inmitten stockender Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung im Iran-Krieg den Druck auf Teheran. Auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte der 79-Jährige ein KI-Bild von sich in schwarzem Anzug, mit Sonnenbrille und einem über der Schulter getragenen Sturmgewehr. Im Hintergrund sind Explosionen in einer kargen Berglandschaft mit Militärbasen zu sehen. Über dem Motiv steht in Großbuchstaben: „NO MORE MR. NICE GUY“ – sinngemäß: Jetzt ist Schluss mit lustig.

Trump schrieb zudem, die iranische Führung bekomme es nicht hin, ein Abkommen gegen Atomwaffen auszuhandeln. Der Iran wisse nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschließe, und solle sich „bald schlaumachen“, erklärte der US-Präsident – ohne mögliche Konsequenzen näher zu benennen.

Verhandlungen treten auf der Stelle

In den vergangenen Tagen drangen nur wenige Informationen über Verhandlungen und Vermittlungsversuche zwischen den USA und dem Iran nach außen. Zwar gilt weiterhin eine Waffenruhe, doch eine dauerhafte politische Lösung ist nicht in Sicht.

Zu den zentralen Forderungen Washingtons zählen die Herausgabe hoch angereicherten Urans sowie ein dauerhafter Verzicht des Iran auf Atomwaffen.

Gleichzeitig belastet die Lage in der Straße von Hormus die Weltwirtschaft. Der Iran blockiert die strategisch wichtige Meerenge nach Angaben aus den USA weitgehend. Washington reagiert darauf mit Maßnahmen gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.

Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsquellen, Trump habe seine Mitarbeiter angewiesen, eine länger andauernde Blockade der Straße von Hormus vorzubereiten. Ziel sei demnach, den Iran wirtschaftlich stärker unter Druck zu setzen, anstatt erneut militärisch anzugreifen.

Attacke gegen Bundeskanzler Merz

Nur wenige Stunden vor seinem Iran-Posting griff Trump auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf an. Auf Truth Social schrieb er, Merz habe „keine Ahnung, wovon er spricht“. Es sei kein Wunder, dass es Deutschland wirtschaftlich und auch sonst schlecht gehe, so der US-Präsident.

Merz hatte der US-Regierung zuvor vorgeworfen, im Iran-Krieg keine Exit-Strategie zu haben. In Berlin betonte der Kanzler dennoch, sein persönliches Verhältnis zu Trump sei aus seiner Sicht unverändert gut.

Trump bringt König Charles ins Spiel

Bei einem Staatsbankett zu Ehren des britischen Königspaars in Washington erklärte Trump mit Blick auf den Iran, ein bestimmter Gegner sei militärisch besiegt worden und werde niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen. Dabei behauptete er zugleich, König Charles III. stimme ihm in dieser Frage zu – sogar noch mehr als er selbst.

Britische Medien berichteten, Mitarbeiter des Königshauses hätten auf diese Bemerkung irritiert reagiert. Der Monarch äußert sich traditionell nicht öffentlich zu politischen Streitfragen.

Ölpreis steigt weiter

Trumps Äußerungen und die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus wirken sich weiter auf die Energiemärkte aus. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Brent-Öl aus der Nordsee zur Lieferung im Juni stieg am Mittwoch um 3,57 Prozent auf 115,23 US-Dollar. Bereits am Vortag hatten die Preise deutlich angezogen.

Der Präsident der Eurogruppe, Kyriakos Pierrakakis, warnte in Athen, dass die Krise zur größten Energiekrise überhaupt werden könnte, falls die Straße von Hormus nicht rasch vollständig geöffnet werde. Die Ausfälle bei Öl und Gas könnten demnach sogar schwerer wiegen als in den Krisen der 1970er Jahre oder nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs.

Auch in den USA wächst der Druck auf Trump. Wegen der steigenden Energiepreise legten die Benzinkosten zur Wochenmitte auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn zu. Für eine Gallone Benzin (3,785 Liter) wurden am Dienstag im Schnitt 4,18 US-Dollar fällig. Im Wahlkampf hatte Trump versprochen, die Energiepreise in den Vereinigten Staaten zu halbieren. Davon ist er rund ein halbes Jahr vor den wichtigen Kongress-Zwischenwahlen derzeit weit entfernt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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