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Gratis-Strom fürs E-Auto? Diese Aktie profitiert

Strompreise unter null? Erste Haushalte kassieren schon – und bald könnten viel mehr vom Energie-Paradox profitieren.

29.04.2026, 11:22 Uhr

Negative Strompreise könnten häufiger werden

Strompreise unter null und zeitweise sogar kostenloses Laden von Elektroautos kommen in Deutschland immer öfter vor. Nach Einschätzung der Energiebörse EEX dürfte das in Zukunft noch normaler werden. EEX-Vorstandschef Peter Reitz sagte bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 2025 in Leipzig, negative Preise seien kein Zeichen für ein Problem am Markt. Vielmehr setzten sie sinnvolle Anreize, Strom flexibel zu nutzen.

Warum die Preise ins Minus rutschen

Grund dafür ist der steigende Anteil erneuerbarer Energien. Wenn an besonders sonnigen oder windreichen Tagen mehr Strom erzeugt wird, als gleichzeitig gebraucht wird, geraten die Börsenpreise unter Druck und können sogar negativ werden. Für viele Haushalte ist dieser Effekt bislang jedoch kaum direkt spürbar. Vorteile haben vor allem Kunden mit dynamischen Stromtarifen, bei denen sich der Preis eng an den Börsenkursen orientiert.

Reitz berichtete, er habe sich am vergangenen Wochenende darüber gefreut, sein Elektroauto kostenlos geladen zu haben und dafür sogar noch Geld bekommen zu haben.

Mehr Speicher könnten Schwankungen dämpfen

Auf längere Sicht könnten deutlich mehr Verbraucher von solchen Marktphasen profitieren. Möglich wäre das über intelligentere Tarifmodelle oder durch neue Technik wie große Batteriespeicher. Solche Anlagen entstehen derzeit unter anderem im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt und sollen Strom aus Wind- und Solaranlagen zwischenspeichern.

Nach Einschätzung von Reitz würde ein stärkerer Ausbau von Batteriespeichern dazu führen, dass es seltener zu Stunden mit negativen Preisen kommt. Gleichzeitig könnten Preisschwankungen insgesamt abnehmen und günstige Stromangebote besser genutzt werden. Entscheidend sei, wie schnell sowohl erneuerbare Energien als auch Speicher weiter ausgebaut werden.

EEX legt bei Umsatz und Ergebnis zu

Die Leipziger EEX organisiert den Handel mit Strom, Gas und CO2-Zertifikaten und gilt als größte Strombörse der Welt. Im vergangenen Jahr erhöhte die Gruppe ihre Erlöse um 10 Prozent auf 737 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg um 17 Prozent auf 394 Millionen Euro. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Handelsvolumina, die auch mit der anhaltenden Unsicherheit an den Energiemärkten zusammenhingen.

Börse plant weitere Angebote

Für das laufende Jahr kündigte die EEX neue Strom-Futures an, also Terminprodukte zur Absicherung von Strompreisen. Diese sollen unter anderem in Belgien und Japan eingeführt werden. Zudem sind zusätzliche Laufzeiten im Gashandel geplant. Auch der Handel mit Emissionszertifikaten soll weiter ausgebaut werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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