Renten steigen zum 1. Juli um 4,24 Prozent
Für mehr als 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland gibt es ab dem 1. Juli höhere Bezüge. Das Bundeskabinett billigte dafür eine Verordnung von Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). Grundlage für den Aufschlag ist vor allem die positive Lohnentwicklung. Wer bislang monatlich 1.000 Euro Rente erhält, bekommt künftig rund 42 Euro mehr. Bevor die Anhebung in Kraft treten kann, muss noch der Bundesrat zustimmen.
Eine wichtige Rolle spielt außerdem die sogenannte Haltelinie beim Rentenniveau. Die Koalition hatte im Dezember mit ihrer ersten Rentenreform festgelegt, dass das Sicherungsniveau bis 2031 nicht unter 48 Prozent sinken darf. Damit wurde eine bisher nur bis 2025 geltende Regel verlängert. Diese Vorgabe floss nun auch in die Berechnung der aktuellen Rentenanpassung und des neuen Rentenwerts ein.
Zum 1. Juli steigt der aktuelle Rentenwert von 40,79 Euro auf 42,52 Euro. Dieser Wert wird jedes Jahr neu bestimmt und orientiert sich an der Entwicklung von Löhnen und Gehältern. Er steht für die monatliche Rente, die sich aus einem Jahr Beitragszahlung eines Durchschnittsverdieners ergibt. Nach Angaben des Ministeriums erhöht sich eine Standardrente bei durchschnittlichem Einkommen und 45 Beitragsjahren dadurch um 77,85 Euro im Monat.
„Eine Frage der Leistungsgerechtigkeit“
Bas betonte, gute Renten seien kein Luxus, sondern Ausdruck von Leistungsgerechtigkeit gegenüber Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet hätten. Die aktuelle Erhöhung zeige, dass auf die gesetzliche Rente Verlass sei. Durch die Bindung an die Lohnentwicklung werde sichergestellt, dass Rentnerinnen und Rentner an der wirtschaftlichen Entwicklung der Beschäftigten teilhaben.
Gleichzeitig wird im Hintergrund weiter über die Zukunft der Altersvorsorge beraten. Angesichts der steigenden Zahl von Babyboomern im Ruhestand soll eine Regierungskommission bis Ende des zweiten Quartals Vorschläge für grundlegende Reformen vorlegen. In dem Gremium sitzen neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch Vertreter der Koalitionsfraktionen. Bereits vor der Rentenreform im Dezember hatte es in der Koalition heftige Diskussionen über die milliardenschweren Kosten der Stabilisierung des Rentenniveaus gegeben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion