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So soll mehr Musik die Wiesn sicherer machen

Nur knapp entging die Wiesn 2023 einer Katastrophe – jetzt greift München zu einem überraschenden Mittel: Musik.

29.04.2026, 11:18 Uhr

Früherer Musikstart soll die Wiesn entzerren

Um das Münchner Oktoberfest sicherer zu machen, plant die Stadt unter anderem Änderungen beim Musikprogramm in den Festzelten. Vor allem internationale Gäste sollen stärker auf Werktage gelenkt werden, damit es an den Wochenenden nicht erneut zu kritischen Überfüllungen kommt.

Nach Angaben des Wirtschaftsreferats ist das Ziel, die Besuchszeiten ausländischer Gäste stärker auf die Tage von Montag bis Freitag zu verlagern. Dafür sollen die Musikzeiten in den großen Festzelten täglich um eine Stunde nach vorne rücken: Unter der Woche könnte die Musik bereits ab 11 Uhr beginnen, am zweiten und dritten Wochenende sowie an Feiertagen schon ab 10 Uhr. Bis 12 Uhr wäre allerdings ausschließlich traditionelle Blasmusik erlaubt.

Enge und Stillstand am „Italiener-Samstag“

Hintergrund der Überlegungen sind die Erfahrungen des vergangenen Jahres. Am zweiten Wiesn-Samstag, der wegen der vielen ausländischen Besucher auch als „Italiener-Samstag“ bekannt ist, wurde es auf der Straße vor den Zelten zeitweise so voll, dass Tausende Menschen weder vorwärts noch zurückkamen.

Zusätzlich problematisch war damals die Kommunikation vor Ort: Lautsprecherdurchsagen kündigten eine sicherheitsbedingte Schließung des Geländes an, nannten aber zunächst nicht die tatsächliche Ursache der Maßnahme. Das sorgte bei vielen Gästen für Verunsicherung.

Bericht sieht Schwächen bei Früherkennung und Kommunikation

Im Abschlussbericht zum Oktoberfest 2025 räumt Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) ein, dass die Durchsagen zu Beginn der Lage nicht optimal gewesen seien. Außerdem habe sich gezeigt, dass es bei der frühzeitigen Erkennung kritischer Entwicklungen deutlichen Verbesserungsbedarf gebe.

Bereits im vergangenen Jahr wurden deshalb erste Sofortmaßnahmen eingeführt. Dazu gehörten gezieltes Crowd Spotting, Lautsprecherdurchsagen in mehreren Sprachen sowie ein verbessertes Beobachtungsmanagement im Servicezentrum.

Weitere Sicherheitsmaßnahmen geplant

Für die kommende Wiesn sind zusätzliche Anpassungen vorgesehen. Geplant ist unter anderem ein neues Koordinierungs- und Beobachtungszentrum in den bisherigen Räumen des Fundbüros. Außerdem soll Videoüberwachung helfen, problematische Bereiche auf dem Festgelände frühzeitig zu erkennen.

Entscheidung im neuen Stadtrat am 11. Mai

Endgültig beschlossen sind diese Änderungen bislang noch nicht. Die Beratungen im Wirtschaftsausschuss des Münchner Stadtrats wurden zunächst verschoben.

Am 11. Mai will sich der neu gewählte Stadtrat in seiner konstituierenden Sitzung mit dem diesjährigen Oktoberfest befassen. Das Volksfest findet vom 19. September bis zum 4. Oktober auf der Theresienwiese statt.

Dann könnte nach Medienberichten auch darüber entschieden werden, ob sogenannte Champagner-Duschen in den Festzelten künftig untersagt werden. Diese Szenen waren zuletzt immer wieder in sozialen Netzwerken zu sehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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