Die Nosferatu-Spinne hat sich nach Einschätzung von Fachleuten inzwischen wohl nahezu in ganz Deutschland ausgebreitet. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird sie zuletzt deutlich häufiger beobachtet. Für Alexander Wirth von der Umweltorganisation Nabu ist das ein Hinweis darauf, dass sich die Art dort zunehmend festsetzt. Möglicherweise sei sie damit nun auch im bislang letzten noch nicht besiedelten Bundesland angekommen.
Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Spinnenart breitet sich seit ihrem ersten Nachweis in Deutschland im Jahr 2005 schnell aus. In Mecklenburg-Vorpommern war 2022 zwar bereits ein Tier gemeldet worden, dieses galt jedoch als eingeschleppt, weil es in einem Koffer mitgereist war. Inzwischen wurden laut Nabu aber mehrfach Exemplare gesichtet, sogar auf Rügen und Usedom.
Auch der Norden scheint kein Problem zu sein
Nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch aus Schleswig-Holstein häufen sich die Meldungen. Nach Angaben des Nabu wurde die Art inzwischen auch in Lübeck nachgewiesen, aus der Stadt liegen seit 2024 entsprechende Fotos vor. Wirth erklärte, dass die Nosferatu-Spinne immer öfter in Norddeutschland auftauche. Offenbar komme sie auch mit kühleren Bedingungen zurecht. In den kalten Monaten ziehe sie sich häufig in beheizte Häuser und Wohnungen zurück.
Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) erreicht laut Nabu eine Körperlänge von etwa ein bis zwei Zentimetern. Mit ausgestreckten Beinen kann sie auf eine Spannweite von bis zu fünf Zentimetern kommen. Ihren Namen verdankt sie der auffälligen Zeichnung auf dem Vorderkörper, die viele Menschen an das Gesicht des Vampirs aus dem Filmklassiker „Nosferatu“ erinnert.

Biss meist harmlos
Die Spinne ist überwiegend nachtaktiv und kann dank ihres Giftes, ihres kräftigen Körperbaus und ihrer Jagdfähigkeiten auch vergleichsweise große Beute überwältigen. Zudem zählt sie zu den wenigen Arten, deren Giftklauen die menschliche Haut tatsächlich durchdringen können. Für Menschen ist ein Biss nach bisherigen Erkenntnissen jedoch in der Regel ungefährlich.
Bundesweit gehen beim Nabu jedes Jahr etwa 3.000 bis 5.000 Meldungen mit Foto ein. In diesem Frühjahr war das Interesse besonders groß: Allein von Januar bis Mai wurden mehr als 2.500 Fotos eingereicht. Sollte dieser Trend anhalten, könnte 2026 erneut ein starkes „Nosferatu-Jahr“ werden. Der Nabu ruft deshalb weiterhin dazu auf, Sichtungen möglichst mit Foto zu melden, um Ausbreitung und Lebensweise der Art besser dokumentieren zu können.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion