Rheinland-Pfalz

Festival-Müll: Umwelthilfe schlägt Alarm

Zu viel Müll, zu wenig Konzept? Warum die DUH Rock am Ring & Co. bei Trennung, Mehrweg und Toiletten hart kritisiert.

06.06.2026, 04:00 Uhr

DUH kritisiert Müllkonzepte großer Musikfestivals

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bemängelt das Abfallmanagement großer Musikveranstaltungen in Deutschland. Grundlage ist eine Befragung von zehn der größten Festivals. Nach Angaben der Organisation braucht es deutlich mehr Mehrwegangebote, eine bessere Trennung von Abfällen und nachhaltigere Sanitärkonzepte.

DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz erklärte, Festivals dürften zwar unbeschwert sein, sollten aber nicht zulasten der Umwelt gehen. Viele Volksfeste und andere Großveranstaltungen zeigten bereits, dass ein vollständiger Einsatz von Mehrweg sowie eine konsequente Mülltrennung praktikabel seien.

Für ihre Untersuchung befragte die DUH zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 die Festivals Fusion, Hurricane, Lollapalooza, MS Dockville, Nature One, Parookaville, Rock am Ring, Rock im Park, Southside und Wacken Open Air zu ihrem Umgang mit Abfällen. Besonders kritisch sieht die Organisation den aus ihrer Sicht teils hohen Einsatz von Einwegverpackungen.

Nachholbedarf bei den Zwillingsfestivals

Rock am Ring und Rock im Park schneiden der Umfrage zufolge bei Mehrwegbechern und bei der Vermeidung von Einwegartikeln im Merchandising vergleichsweise gut ab. Defizite sieht die DUH jedoch bei Mehrweglösungen für Speisen, bei der Mülltrennung und beim Einsatz von Komposttoiletten. Auch bei Maßnahmen gegen Vermüllung ordnet die Organisation beide Festivals im roten Bereich ein.

Nach DUH-Angaben gehören Rock am Ring und Rock im Park immerhin zu den wenigen Veranstaltungen, die erste Schritte bei Mehrwegverpackungen für Essensstände unternommen haben. Demnach kommen an 12 von insgesamt 68 Essensständen entsprechende Verpackungen zum Einsatz.

Die Umwelthilfe fordert die Veranstalter auf, bei Getränken und Speisen künftig vollständig auf Mehrweg umzustellen. Außerdem verlangt sie eine lückenlose Mülltrennung auf dem Festivalgelände und den Campingflächen sowie einen stärkeren Einsatz von Kompost- oder Trockentrenntoiletten.

Rock am Ring und Rock im Park verweisen auf Verbesserungen

Rock am Ring teilte auf Anfrage mit, Nachhaltigkeit werde als fortlaufender Prozess verstanden. Im Mittelpunkt stünden dabei die Vermeidung von Abfällen und die Stärkung des Recyclings. Man arbeite kontinuierlich daran, die Abfallwirtschaft weiterzuentwickeln und Ressourcen möglichst lange im Kreislauf zu halten. Rock im Park äußerte sich auf Anfrage in gleicher Weise.

Nach Angaben von Rock am Ring wurde das Green-Camping-Angebot bereits 2025 erweitert. Die Nachfrage nach der Campingvariante mit Schwerpunkt auf Naturschutz und Mülltrennung steige. Zudem setze man auf verbesserte Sammel- und Entsorgungssysteme sowie auf Informationsangebote für Besucherinnen und Besucher. Im Bereich der sogenannten Cosmic Plaza werde bereits ausschließlich Mehrweggeschirr genutzt. Eine Ausweitung dieses Konzepts auf weitere Flächen sei vorgesehen.

Bei Rock im Park wurden dem Veranstalter zufolge unter anderem personell betreute Recyclingstationen eingeführt, um die Trennung von Wertstoffen zu verbessern und die Recyclingquote zu erhöhen. Zudem werde die gesamte Umweltwirkung der Veranstaltung analysiert. Nach Angaben eines Sprechers machte die Abfallentsorgung im Jahr 2025 weniger als fünf Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen des Festivals aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen