In Mecklenburg-Vorpommern ist eine Erkrankung durch das seltene, aber gefährliche Bornavirus nachgewiesen worden. Betroffen ist eine Person im südwestlichen Teil des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Nach Angaben eines Sprechers handelt es sich um den ersten bekannten Nachweis in dem Landkreis. Wie das Gesundheitsministerium in Schwerin mitteilte, ist es zugleich der erste Nachweis in ganz Mecklenburg-Vorpommern.
Bornavirus-Erkrankungen verlaufen nach Behördenangaben in der Regel lebensbedrohlich. Das Virus kann beim Menschen schwere Entzündungen des Gehirns auslösen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales hatte den Nachweis der Infektion bereits im Mai bestätigt. Zum Gesundheitszustand der betroffenen Person wurden keine weiteren Angaben gemacht. Bekannt ist nur, dass sie noch lebt.
Seltene Übertragung auf Menschen
Nach bisherigem Kenntnisstand wird das Bornavirus nur in seltenen Fällen von Feldspitzmäusen auf Menschen übertragen. Dass dieser Übertragungsweg existiert, ist seit 2018 bekannt. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts gibt es in Deutschland pro Jahr etwa fünf bis zehn Erkrankungen. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch wurde bislang nicht beschrieben. Die Tierseuche selbst ist jedoch schon seit mehr als 100 Jahren bekannt.
Keine Behandlungsmöglichkeit
Eine Infektion kann schwere neurologische Beschwerden verursachen. Dazu zählen unter anderem Verhaltensauffälligkeiten, Sprachprobleme und Gangstörungen. Im weiteren Verlauf kann sich der Zustand bis hin zum Koma verschlechtern. Da es derzeit keine Behandlungsmöglichkeit gibt, steht der Schutz vor einer Ansteckung im Vordergrund.
Infizierte Feldspitzmäuse scheiden das Virus aus, ohne selbst krank zu werden. Dies geschieht unter anderem über Kot, Urin und Speichel. Eine Übertragung auf den Menschen ist vor allem dort möglich, wo Kontakt mit solchen Ausscheidungen entsteht – etwa beim Reinigen von Scheunen, Schuppen, Hühnerställen oder Holzlagern.
Beim Ausfegen von Schuppen FFP2-Maske tragen
Das Gesundheitsamt empfiehlt deshalb, beim Ausfegen von Schuppen oder Scheunen Handschuhe und eine FFP2-Maske zu tragen. Tote Mäuse oder andere Tierkadaver sollten grundsätzlich nicht mit bloßen Händen angefasst werden.
Außerdem wird geraten, beim Beseitigen toter Tiere Einmalhandschuhe sowie Hilfsmittel wie Schaufeln oder ähnliche Gegenstände zu nutzen. Wie häufig Feldspitzmäuse im Landkreis das Bornavirus in sich tragen, ist derzeit nicht bekannt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion