Die Wälder in Deutschland und Mitteleuropa stehen nach Einschätzung des Deutschen Forstvereins vor einem tiefgreifenden Wandel. Ursache seien vor allem der Klimawandel und anhaltende Trockenperioden. Der Präsident des Verbands, der Forstwissenschaftler Ulrich Schraml, sagte, dass sich die Baumarten-Zusammensetzung bereits verschiebe: Weg von Nadelbäumen, hin zu mehr Laubbäumen. Künftig werde es vermutlich Wälder geben, die niedriger bleiben und nicht mehr das hohe Alter erreichen, das lange typisch gewesen sei. Das Erscheinungsbild der Wälder werde sich daher deutlich verändern.
Wald im Fokus der Forsttagung in Rostock
Diese Entwicklungen stehen auch im Mittelpunkt der 72. Tagung des Deutschen Forstvereins, die vom 3. bis 7. Juni in Rostock stattfindet. Zu dem Treffen in der Hansestadt werden rund 1.000 Försterinnen, Förster und weitere Fachleute erwartet.
Besonders problematisch seien für die Waldökosysteme in Mitteleuropa längere Phasen mit Trockenheit und fehlendem Wasser. Schraml verwies darauf, dass viele der dort vorkommenden, vergleichsweise hohen Bäume aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften einen großen Wasserbedarf hätten. Fehle dieses Wasser, gerieten die Bäume unter Stress und könnten sich schlechter gegen Krankheiten und Insektenbefall wehren.
Rund ein Drittel der Fläche ist bewaldet
Nach Angaben des Bundesagrarministeriums sind etwa 11,5 Millionen Hektar und damit rund ein Drittel der Fläche Deutschlands mit Wald bedeckt. In den meist gemischten Wäldern dominieren weiterhin Fichte mit 20,9 Prozent und Kiefer mit 21,8 Prozent. Bei den Laubbäumen folgen Buche mit 16,6 Prozent und Eiche mit 11,5 Prozent.

Bundesagrarminister Alois Rainer hatte erst vor kurzem die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025 vorgestellt. Daraus geht hervor, dass Hitze und Trockenheit den deutschen Wäldern weiterhin erheblich zusetzen. Bei den häufigsten Baumarten gelten demnach noch immer vier von fünf Bäumen als krank. Die Erhebung zeigt außerdem, dass sich der Wald von den außergewöhnlich heißen und trockenen Sommern zwischen 2018 und 2020 noch nicht erholt hat.
Holz bleibt ein wichtiger Rohstoff
In einem Grußwort zur Tagung hob Rainer die Bedeutung der Forstleute hervor und bezeichnete sie als diejenigen, die sich um den Wald kümmern. Schraml betonte zugleich, dass Holz auch künftig ein gefragter Rohstoff bleiben werde. Während Deutschland bei vielen anderen Rohstoffen stark auf Importe angewiesen sei, nehme das Land beim Holz weiterhin eine Rolle als Exportnation ein. Viel in Deutschland produziertes Schnittholz und teils auch Rohholz werde noch ins Ausland verkauft. Für Schraml ist das ein Hinweis darauf, dass Deutschland grundsätzlich nach wie vor gute Bedingungen für das Wachstum von Holz bietet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion