Hamburg

Eugen Block kämpft in Dänemark um seine Enkel

Block-Drama vor Gericht: In Dänemark kämpft jetzt der 85-jährige Opa Eugen Block um seine Enkel – gegen den Ex-Schwiegersohn.

21.08.2026, 16:15 Uhr

Nach mehreren juristischen Niederlagen von Christina Block im Streit um das Sorgerecht für ihre beiden jüngsten Kinder bemüht sich nun ihr Vater Eugen Block um ein Besuchsrecht für seine Enkel. Der 85-jährige Gründer der Steakhauskette Block House erschien am Freitag gemeinsam mit seinem früheren Schwiegersohn Stephan Hensel zu einem Gerichtstermin im dänischen Sønderborg. Die beiden Kinder leben seit fast fünf Jahren bei ihrem Vater in Dänemark.

Anfang 2024 waren der damals zehnjährige Sohn und die 13-jährige Tochter nach Deutschland verschleppt worden. Ihr Vater Stephan Hensel wurde dabei von den Entführern niedergeschlagen. Christina Block muss sich deshalb seit Juli 2025 vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Die Anklage wirft ihr vor, eine israelische Sicherheitsfirma mit der Entführung beauftragt zu haben. Sie weist das zurück. Am 5. Januar 2024 brachte sie die Kinder nach einer Entscheidung eines Hamburger Gerichts wieder zu ihrem Ex-Mann zurück.

Jahrelanger Konflikt um die Kinder

Dem Fall war ein langwieriger Sorgerechtsstreit vorausgegangen. Nach einem Wochenendbesuch Ende August 2021 hatte der Vater die Kinder entgegen der Vereinbarung nicht zur Mutter zurückgebracht. Nach der späteren Rückführung entzog ein dänisches Gericht Christina Block im Mai 2025 sowohl das Sorgerecht als auch das Umgangsrecht. Seither darf sie ihre beiden jüngeren Kinder, die in Dänemark bei ihrem Vater leben, weder sehen noch kontaktieren.

Vor dem Gericht sagte Eugen Block, er wünsche sich „natürlich“ seine Enkel zurück. Stephan Hensel, der mit seiner neuen Ehefrau Astrid Have erschien, äußerte sich zunächst nicht.

Streit um Umgangsrecht mit Enkeln: Block-Prozess in Dänemark
Stephan Hensel (links), Ex-Ehemann von Christina Block, kommt vor dem Gericht in Dänemark an. Quelle: Marcus Golejewski/d/dpa

Entscheidung wohl im September

Beide Seiten bestätigten, dass es in dem Verfahren um das Umgangsrecht geht. Das Gericht selbst machte dazu keine näheren Angaben und nannte auch keinen Termin für eine Entscheidung. Nach Angaben von Hensel soll das Urteil jedoch am 18. September verkündet werden.

Die Kinder, inzwischen 12 und 15 Jahre alt, mussten nach Darstellung ihres Vaters in diesem Verfahren nicht erneut aussagen. Sie hätten bereits mehrfach deutlich gemacht, dass sie keinen Kontakt zur Familie ihrer Mutter wollten. Zugleich sagte Hensel, dass er als Vater eine mögliche Kontaktaufnahme nicht einfach unterbinden könne.

Mit Blick auf Eugen Block erklärte er jedoch: „Ich kann ihn nicht an die Kinder ranlassen.“ Zunächst müsse dieser das Verbrechen an den Kindern anerkennen, zur Aufklärung beitragen und Reue zeigen. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hatte nach der Entführung zunächst auch gegen den Großvater ermittelt, das Verfahren später aber eingestellt.

Eugen Block beklagt fehlenden Kontakt

Nach dem Termin ließ Eugen Block mitteilen, dass ihm seit fünf Jahren jeder Kontakt zu seinen Enkeln in Dänemark verwehrt werde. Das sei für ihn als Großvater „zutiefst traurig“. Weiter hieß es, den Kindern werde dadurch auch ein Teil ihres Lebens und ihrer Familiengeschichte genommen.

Bereits im Mai des vergangenen Jahres hatte Eugen Block in einem offenen Brief geschrieben, dass er oft um seine Enkel weine und hoffe, dass sie bald erführen, wie sehr sie vermisst und geliebt würden.

Christina Block und Stephan Hensel haben vier gemeinsame Kinder. Die älteste Tochter ist heute 20 Jahre alt und war bereits im Sommer 2021 mit Zustimmung der Mutter zu ihrem Vater nach Dänemark gezogen. Die zweitälteste Tochter ist 18 und lebt bei ihrer Mutter.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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