Wetter

Kaum Effekt: Grundwasser vielerorts viel zu niedrig

Trotz Regen keine Entwarnung: Bayerns Flüsse trocknen weiter aus, Pegel stürzen ab – und die Krise spitzt sich dramatisch zu.

21.08.2026, 15:45 Uhr

Regen bringt Bayerns Gewässern kaum Erholung

Trotz der Niederschläge der vergangenen Tage bleibt die Lage bei Flüssen, Seen und vor allem beim Grundwasser in Bayern angespannt. Nach Angaben des Landesamts für Umwelt (LfU) werden derzeit an mehr als drei Vierteln der Messstellen niedrige bis sehr niedrige Werte festgestellt. Im aktuellen Niedrigwasserbericht des Freistaats ist von einer weiterhin kritischen Situation die Rede.

Grundwasser vielerorts deutlich unter Normalniveau

Besonders deutlich wird das beim Blick auf die oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen: Dort liegen aktuell 81 Prozent im niedrigen oder sehr niedrigen Bereich. In den vergangenen Jahren war die Lage um diese Zeit teils deutlich besser. 2021 waren nur 19 Prozent betroffen, 2022 lag der Wert bei 66 Prozent, 2023 bei 41 Prozent und 2024 sogar nur bei 6 Prozent. Im Vorjahr wurden zu diesem Zeitpunkt 44 Prozent gemeldet.

Das LfU rechnet damit, dass Grundwasserstände und Quellschüttungen weiter zurückgehen. Daran dürften auch wechselhaftes Wetter sowie örtlich kräftige Schauer und Gewitter bis Ende August wenig ändern. Die Trinkwasserversorgung im Freistaat ist nach Behördenangaben zwar gesichert, regional jedoch teils unter Druck.

Mehrere Hitzewellen in diesem Jahr

Nach Einschätzung des Landesamts hat Bayern in diesem Jahr bereits mehrere Hitzephasen erlebt. Seit mehr als fünfeinhalb Monaten sei es im Vergleich zu langjährigen Mittelwerten zu trocken, außerdem sei das bisherige Sommerhalbjahr deutlich zu warm ausgefallen.

Niedrigwasser in Bayern
Die Flüsse waren teils sehr warm. (Symbolbild) Quelle: Daniel Löb/dpa

Auch die Zahl der heißen Tage mit mindestens 30 Grad liegt mancherorts weit über dem Durchschnitt. In Hof wurden bislang 18 solcher Tage gezählt, in Kitzingen bereits 51.

Auch Flüsse und Seen bleiben belastet

Keine spürbare Entspannung gibt es laut LfU bei den Flüssen und Seen. Zwar sind die Wassertemperaturen etwa im zuvor sehr warmen Main und in der etwas kühleren Donau zuletzt gesunken. Dennoch führen viele Gewässer weiterhin zu wenig Wasser.

An 26 Prozent der Messstellen werden niedrige Wasserstände registriert. Bei mehr als der Hälfte der Messpunkte wird die aktuell geführte Wassermenge der Flüsse sogar als sehr niedrig bewertet.

Laut Bericht sorgen lokale Regenfälle lediglich kurzfristig für steigende Pegel. Eine nachhaltige Verbesserung der Niedrigwassersituation bleibe bislang aus.

Seen teils mit historischen Tiefständen

Die Oberflächentemperaturen der Seen sind nach den kühleren Tagen zwar etwas zurückgegangen, liegen aber teilweise weiterhin auf hohem Niveau. Zudem befinden sich die Wasserstände vieler natürlicher Seen in Bayern schon seit längerer Zeit im niedrigen, zunehmend auch im sehr niedrigen Bereich.

Teilweise wurden dabei sogar historische Tiefstwerte erreicht. Mehrere kleinere stehende Gewässer sind bereits ausgetrocknet. Die jüngsten Regenfälle hätten daran nur wenig geändert.

Das hat Folgen für die Natur: Tiere und Pflanzen leiden unter der Situation. Zudem kommt es wegen Blaualgenblüten mancherorts zu Badeverboten, da gesundheitliche Risiken bestehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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