Belgien erkennt neuen Prinzen an
Belgien hat offiziell einen weiteren Prinzen: Der 26-jährige Clément ist als Sohn von Prinz Laurent anerkannt worden. Nach einem Bericht der Zeitung Le Soir trägt er damit nun den Titel Prinz von Belgien. Einen Platz in der Thronfolge erhält er jedoch nicht. Zudem stehen ihm weder eine staatliche Apanage noch offizielle repräsentative Aufgaben zu.
Ein bislang ganz normales Leben
Clément Vandenkerckhove führt bislang kein Leben im Rampenlicht des Hofes. Wie er der belgischen Zeitung Het Nieuwsblad sagte, arbeitet er in der Küche eines Restaurants. Zu seinem Vater habe sich inzwischen ein sehr gutes Verhältnis entwickelt. Der Königspalast wollte sich dazu nicht äußern und verwies darauf, dass private Angelegenheiten nicht kommentiert würden.
Lange Unklarheit über die Herkunft
Seine Mutter Iris ist in Belgien unter dem Künstlernamen Wendy van Wanten als Sängerin und Schauspielerin bekannt. Clément berichtete, erst im Alter von 16 Jahren erfahren zu haben, wer sein Vater ist.
Mit 20 habe er dann erstmals selbst Kontakt zu Prinz Laurent aufgenommen. Damals sei er in einer schwierigen Phase gewesen. Nach der Schule arbeitete er zunächst als Autoverkäufer, litt jedoch unter Panikattacken. Nach einer Therapie gehe es ihm heute deutlich besser. Den starken psychischen Druck sieht er rückblickend als Ursache für seine Probleme.
Inzwischen, sagte er, sei er mit seinem Leben sehr zufrieden. Gleichzeitig schmiede er weitere Pläne und habe bereits zwei Garagen gekauft, die er vermieten wolle.

Künftiger Erbe des väterlichen Vermögens
Dass er nach belgischem Recht nun auch zu den möglichen Erben des Vermögens seines Vaters zählt, spielt für Clément nach eigenen Worten keine große Rolle. Wichtiger sei für ihn, seinen Vater überhaupt kennenlernen zu dürfen. Dieser Prozess, so sagte er, entwickle sich für beide bis heute Schritt für Schritt weiter.
Beim Nachnamen bleibt er vorerst zurückhaltend
Nach Angaben von Le Soir könnte Clément nun auch den Familiennamen seines Vaters, Sachsen-Coburg, annehmen. Bislang macht er davon jedoch keinen Gebrauch. Gegenüber Het Nieuwsblad erklärte er, er sei stolz auf den Namen Vandenkerckhove. Ihn aufzugeben, würde sich für ihn wie ein Verrat an allem anfühlen, was seine Mutter für ihn getan habe.
Prinz Laurent hatte Vaterschaft bereits eingeräumt
Prinz Laurent, 62 Jahre alt und jüngerer Bruder von König Philippe, hatte bereits im vergangenen Herbst öffentlich erklärt, Cléments Vater zu sein. Laut Le Soir erfolgte im Februar auch die rechtliche Anerkennung. Erst jetzt wurde dieser Schritt breiter bekannt.
Laurent ist seit 2003 mit Prinzessin Claire verheiratet. Das Paar hat drei Kinder. Der Prinz machte in der Vergangenheit immer wieder Schlagzeilen, unter anderem wegen seiner Vorliebe für schnelle Autos, die ihm den Spitznamen „Prinz Vollgas“ einbrachte. Zeitweise musste er sogar seinen Führerschein abgeben. Auch ein Besuch im Kongo, der früheren belgischen Kolonie, sorgte 2011 für Kritik.
Gemeinsame Vorlieben von Vater und Sohn
Über seinen Vater spricht Clément heute ausgesprochen positiv. Er habe inzwischen eine enge und gute Beziehung zu ihm, sagte er. Laurent unterstütze ihn stark und sei für ihn da, wenn er ihn brauche. Das mache ihn sehr glücklich.
Besonders freue er sich darüber, dass sein Vater sich Zeit nehme, um mit ihm in Brüssel essen zu gehen. Dabei hätten beide eine gemeinsame Vorliebe: Pasta. Außerdem teile er mit seinem Vater die Begeisterung für Autos.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber