Kritik der Verteidigung im Prozess um die Entführung der Block-Kinder
Im Hamburger Verfahren zur mutmaßlichen Entführung der beiden Kinder von Christina Block haben mehrere Verteidiger den Ermittlungsbehörden Voreingenommenheit vorgeworfen. Nach Ansicht von Blocks Anwalt Ingo Bott seien die Untersuchungen nicht neutral geführt worden. Maßgeblich geprägt worden seien sie vielmehr durch die Darstellung des Vaters und dessen neuer Ehefrau im eskalierten Sorgerechtskonflikt.
Auch Marko Voß, der den mitangeklagten Familienanwalt vertritt, übte deutliche Kritik. Entlastende Hinweise oder Umstände seien aus seiner Sicht von Beginn an nicht ernsthaft verfolgt worden.
Hintergrund des Falls ist ein Besuchswochenende im August 2021: Damals brachte der Vater die Kinder nach Darstellung der Anklage nicht wie vereinbart zur Mutter zurück. Danach brach der Kontakt zu dem Jungen und dem Mädchen ab.
Die 53-jährige Unternehmerin Christina Block steht vor Gericht, weil sie laut Anklage eine Sicherheitsfirma aus Israel beauftragt haben soll, ihren damals zehnjährigen Sohn und ihre 13 Jahre alte Tochter in der Silvesternacht 2023/24 aus dem Wohnumfeld ihres Ex-Mannes in Dänemark nach Deutschland zu bringen.
Block, Tochter des Gründers der Steakhauskette "Block House", weist die Vorwürfe zurück. Insgesamt sitzen sieben Angeklagte auf der Anklagebank. Lediglich ein 37 Jahre alter Mann aus Israel hat die Tatvorwürfe eingeräumt.
Zuvor hatte die leitende Ermittlerin der Polizei an mehreren Verhandlungstagen als Zeugin ausgesagt. Am inzwischen 70. Prozesstag konnten die Verteidiger dazu ihre Stellungnahmen abgeben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber