Berlin

Tödliche Vibrionen: Drei Berliner infiziert

Tödliche Vibrionen-Infektion in Berlin: Drei Fälle gemeldet – zwei Spuren führen an die Ostsee nach MV.

28.07.2026, 12:14 Uhr

Die Berliner Gesundheitsämter haben einen Todesfall im Zusammenhang mit einer Vibrionen-Infektion gemeldet. Nach dem aktuellen Wochenbericht des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) wurden in Berlin in diesem Jahr bislang drei Infektionen mit den Bakterien erfasst. Zwei der Erkrankungen stehen den Angaben zufolge vermutlich mit Wund- oder Hautkontakt zu Meer- beziehungsweise Brackwasser in Mecklenburg-Vorpommern in Verbindung.

Bei allen drei Patientinnen und Patienten handelte es sich demnach um Wundinfektionen. In zwei Fällen entwickelte sich daraus eine Blutvergiftung, in einem davon mit tödlichem Ausgang. Alle Betroffenen waren älter als 75 Jahre und gehörten damit zu einer besonders gefährdeten Gruppe. Als Risikopersonen gelten vor allem ältere Menschen, Immungeschwächte sowie Personen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Leberleiden oder schweren Herzkrankheiten. Besonders gefährdet sind Menschen mit offenen Wunden.

Lageso: Saison 2026 ungewöhnlich früh begonnen

Vibrionen sind Bakterien, die natürlicherweise in Süß-, Brack- und Salzwasser vorkommen. Mit steigenden Sommertemperaturen wächst auch das Risiko für Infektionen an Nord- und Ostsee. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts können sich die Erreger in Oberflächengewässern besonders stark vermehren, wenn die Wassertemperatur über 20 Grad liegt.

Vor allem in flachen Küstenabschnitten, die sich rasch erwärmen, steigt die Belastung deutlich an. Die Ostsee gilt wegen ihres vergleichsweise geringen Salzgehalts als besonders anfällig.

Aus dem Bericht des Lageso geht hervor, dass die Berliner Gesundheitsämter im gesamten Jahr 2025 zwei Fälle registrierten. In den Jahren 2023 und 2024 waren es jeweils fünf Infektionen. Für das laufende Jahr beobachtet die Behörde eine auffallend frühe Saison der in Deutschland erworbenen Vibrionen-Infektionen. Als wahrscheinlicher Grund gilt die durch hohe Temperaturen verursachte frühe Erwärmung der Küstengewässer.

Die aktuellen Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum bis einschließlich der 29. Kalenderwoche. In den Vorjahren wurde bis zu diesem Zeitpunkt im Durchschnitt erst ein Fall seit Jahresbeginn gemeldet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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