Vonovia sieht sich als Teil der Antwort auf Berlins Wohnungsfrage
Im Kampf gegen den angespannten Berliner Wohnungsmarkt nimmt der Immobilienkonzern Vonovia nach eigenen Angaben eine wichtige Rolle ein. Vorstandschef Luka Mucic sagte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, das Unternehmen müsse Teil der Lösung sein – und sei es aus seiner Sicht bereits.
Nach Angaben von Mucic hat Vonovia den Wohnungsneubau in der Hauptstadt ausgeweitet. Derzeit seien in Berlin rund 1.000 Wohnungen im Bau, seit 2013 habe der Konzern etwa 6.000 neue Einheiten errichtet. Das reiche zwar nicht aus, um den Mangel spürbar zu beseitigen, sei aber dennoch ein Beitrag.
Die Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt gehört auch mit Blick auf die anstehende Wahl zum Abgeordnetenhaus zu den zentralen politischen Themen.
Durchschnittsmieten im Bestand deutlich unter Neuvertragsniveau
Mucic betonte, Vonovia stehe im eigenen Bestand für vergleichsweise bezahlbares Wohnen. Ende Juni habe die durchschnittliche Bestandsmiete bei 8,26 Euro pro Quadratmeter gelegen. Bei neu abgeschlossenen Mietverträgen seien es im Schnitt 10,80 Euro gewesen.
Konzernchef: Ein Unternehmen allein kann die Krise nicht beheben
Nach Darstellung des Vorstandschefs machen die Berliner Wohnungen von Vonovia weniger als acht Prozent des gesamten Wohnungsbestands der Stadt aus. Deshalb könne der Konzern die Probleme am Markt nicht im Alleingang lösen.
Zugleich verwies Mucic auf die Notwendigkeit, bestehende Gebäude weiterzuentwickeln und vor allem energetisch zu modernisieren. Solche Maßnahmen hätten aus seiner Sicht auch Einfluss auf die Bezahlbarkeit, weil sie durch bessere Dämmung und ähnliche Schritte die Nebenkosten begrenzen könnten. Vonovia investiere in diesem Bereich nach eigenen Angaben erheblich und setze dabei auch auf serielle Sanierungsverfahren. Die Größe des Unternehmens helfe, neue und innovative Methoden bei der Modernisierung umzusetzen.

Rund 130.000 Wohnungen in Berlin
Vonovia ist der größte Wohnimmobilienkonzern Deutschlands. Zusammen mit der Tochter Deutsche Wohnen verfügt das Dax-Unternehmen in Berlin über mehr als 130.000 Wohnungen.
Die Forderung der Berliner Linken nach einer Enteignung großer Wohnungsbestände wies Mucic zurück. Er hält eine Vergesellschaftung nicht für geeignet, die Probleme am Wohnungsmarkt zu lösen. Stattdessen brauche es aus seiner Sicht politische Rahmenbedingungen, die mehr Neubau ermöglichen.
Zuversichtlich äußerte sich der Manager mit Blick auf das Anfang Juli im Koalitionsausschuss auf Bundesebene beschlossene gesetzliche Verbot von Enteignungen bei Mietwohnungsbeständen. Der politische Wille dafür sei klar erkennbar, sagte Mucic. Entscheidend sei nun, die Regelung juristisch sauber und möglichst rechtssicher auszugestalten. Vertreter von CDU, CSU und SPD hatten sich darauf verständigt, Enteignungen großer Immobilienkonzerne auf Landesebene durch ein Bundesgesetz auszuschließen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber