Bayern

Weniger Gewalt: Bayerns Beamte atmen auf

Weniger Angriffe auf Bayerns Staatsbedienstete – doch ausgerechnet in manchen Bereichen schießen die Zahlen alarmierend hoch.

05.05.2026, 15:27 Uhr

Weniger Übergriffe auf Beamte in Bayern – aber starke Zunahme an Schulen

In Bayern sind Beschäftigte im öffentlichen Dienst im vergangenen Jahr seltener bei der Arbeit Opfer von Gewalt geworden als noch im Jahr davor. Nach Angaben von Finanzminister Albert Füracker (CSU) wurden 2025 insgesamt 8.344 Gewaltvorfälle angezeigt. Das entspricht einem Rückgang um fünf Prozent. Zugleich betonte der Minister, dass auch diese Entwicklung nichts daran ändere, dass jeder einzelne Fall einer zu viel sei.

Füracker unterstrich, dass Menschen, die im Dienst der Allgemeinheit arbeiten, Anspruch auf Respekt und umfassenden Schutz hätten. Gewalt gegen Beschäftigte sei indiskutabel und werde im Freistaat in keiner Weise toleriert.

Deutlich mehr Gewaltvorfälle an Bayerns Schulen

Trotz des landesweiten Rückgangs sieht die Staatsregierung weiterhin Handlungsbedarf. Denn die Entwicklung fällt je nach Ministerium sehr unterschiedlich aus.

Im Zuständigkeitsbereich des Innenministeriums sank die Zahl der gemeldeten Fälle um 490 Vorfälle, was einem Minus von 6,2 Prozent entspricht. Auch im Bereich der Justiz gab es einen Rückgang: Dort wurden 33 Fälle weniger registriert, also ein Minus von 6,1 Prozent.

Anders sieht es im Kultusressort aus: Hier stieg die Zahl der angezeigten Gewaltvorfälle um 92 Fälle. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von knapp 57 Prozent. Damit wurden vor allem an Bayerns Schulen deutlich mehr Vorfälle gemeldet.

Auch das Wissenschaftsministerium meldete mehr Übergriffe: Dort nahm die Zahl um 25 Fälle zu, was einem Plus von mehr als 80 Prozent entspricht.

Gewaltschutzprogramm seit fünf Jahren in Kraft

Zum besseren Schutz der bayerischen Beamten wurde bereits vor fünf Jahren ein spezielles Gewaltschutzprogramm eingeführt. Füracker wertet die insgesamt rückläufigen Zahlen als Hinweis darauf, dass diese Maßnahmen Wirkung zeigen.

Nach seinen Worten wird das Programm gemeinsam mit dem Bayerischen Beamtenbund (BBB) laufend an aktuelle Herausforderungen angepasst sowie das bestehende Schutzkonzept kontinuierlich erweitert und verbessert.

Mehr Beschäftigte, trotzdem weniger Angriffe

Besonders bemerkenswert ist der Rückgang laut Ministerium auch deshalb, weil die Zahl der Beschäftigten des Freistaats 2025 deutlich gestiegen ist. Sie erhöhte sich von knapp 338.000 auf gut 354.000 Beschäftigte.

Beamtenbund verlangt Daten aus den Kommunen

Der Bayerische Beamtenbund fordert unterdessen, die Gewaltstatistik nicht nur auf Landesebene zu führen, sondern auch auf die kommunale Ebene auszuweiten. BBB-Chef Rainer Nachtigall erklärte, gerade dort fehlten bislang gänzlich Erkenntnisse darüber, wie sich dieses Gewaltphänomen entwickle.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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